24. April: Welttag des Versuchstieres

Wien (OTS) - Am 24. April wird weltweit der Abermillionen Tiere gedacht, die hinter verschlossenen Labortüren meist unter miserablen Haltungsbedingungen solange schmerzhafte Experimente und Tests erleiden müssen, bis sie - letztendlich - den Qualen erliegen.

Allein in Österreich verendet alle drei Minuten ein Versuchstier im Labor. Das ist allerdings nur die offizielle Zahl, die in Wirklichkeit bloß die Spitze des Eisberges bildet. Schließlich müssen Experimente an wirbellosen Tieren, eigens dafür getöteten Tieren und Tieren, die nach der subjektiven Einschätzung des Experimentators durch dessen Eingriffe nicht leiden, weder genehmigt oder gemeldet, noch in der amtlichen Tierversuchsstatistik berücksichtigt werden.

"Aus diesem Grund ist der wirkliche Verbrauch an Versuchstieren ein Vielfaches der rund 200.000 offiziell gemeldeten Versuchstiere", betont Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes (IBT) und Initiatorin des Tierschutzvolksbegehrens, und verlangt mehr Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz im Tierversuchswesen.

Hinter verschlossenen Türen

Denn Tierversuche finden weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit hinter verschlossenen Labortüren statt. "Es ist daher sehr mühsam, überhaupt Informationen zu erhalten, wer, wo, wie viele und welche Tierversuche macht", kritisieren die TierversuchsgegnerInnen.

So wurde jüngst dem IBT, der erfahren wollte, welche Zucht-, Liefer- und Tierversuchseinrichtungen in Österreich nach dem Tierversuchsgesetz genehmigt und registriert wurden, vom Wirtschaftministerium trotz mehrfacher Nachfrage lediglich mitgeteilt, dass die Tierversuchseinrichtungen dem IBT nicht genannt werden, weil "... nach Rücksprache mit den in Betracht kommenden Trägern der Tierversuchseinrichtungen - diese mir ihrer Namhaftmachung - nicht einverstanden sind", und das Ministerium die von den Experimentatoren vorgebrachte "... Befürchtung von Störungen des Arbeitsablaufes und der Forschungstätigkeit ..." nachvollziehen kann.

Diese abenteuerlich anmutende Auskunftsverweigerung wirft die nahe liegende Frage auf, was die Experimentatoren und das zuständige Ministerium zu verheimlichen haben. Schließlich ist es die Pflicht des zuständigen Ministeriums das Tierversuchsgesetz unparteilich zu vollziehen. Stattdessen übt das Ministerium eine fragwürdige Schirmherrschaft über die umstrittenen Tierversuchseinrichtungen aus.

Überhaupt ist der Vollzug des 1989 von den TierschützerInnen mühsam erkämpften Tierversuchsgesetzes sehr mangelhaft. Beispielsweise werden nicht einmal die jährlich mindestens einmal vorgeschriebenen unangemeldeten Kontrollen von Tierversuchseinrichtungen durchgeführt.

Die lasche Haltung der für Tierversuchsangelegenheiten zuständigen Organe und die Ausweitung der Gentechnologie, die sich großteils auf Tierversuche stützt, führen dazu, dass die Zahl der Tierversuche von Jahr zu Jahr steigt.

"Diese Entwicklung widerspricht völlig dem gesetzlichen Auftrag, dass der Verbrauch der Versuchtiere zu reduzieren ist. Der IBT fordert daher einen strikteren Vollzug des Tierversuchsgesetzes. Weiters soll die Vergabe von öffentlichen Mitteln mit Auflagen verbunden werden, die auch ethische Kriterien beinhalten. In diesem Sinne soll die öffentliche Hand nur noch Forschungsprojekte ohne Tierversuche fördern", fordert Gerda Matias abschließend.

Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit 1968 bestehender gemeinnütziger Verein. Er setzt sich für die Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus ethischen, wissenschaftskritischen und verbraucherpolitischen Gründen ab.

Zuletzt hat der IBT eine parlamentarische Bürgerinitiative für ein Verbot von Tierversuchen an den Großen Menschenaffen im Parlament eingereicht, die nun im Petitionsausschuss behandelt wird.

Rückfragen & Kontakt:

"Internationaler Bund der Tierversuchsgegner" (IBT)
Mag. Romana Rathmanner
Tel.: (01) 713 08 23-10, Fax: (01) 713 08 24 bzw.
Gerda Matias
Tel.: 0676/600 30 47
tierversuchsgegner@chello.at
http://www.tierversuchsgegner.at

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