ÖAMTC: Risikopotenziale wie Angst, Stress und Aggression fahren mit

Persönliche Reaktion auf belastende Verkehrssituationen fällt bei jedem Lenker anders aus

Wien (ÖAMTC-Presse) - Angst und Stress im Straßenverkehr gefährden die Verkehrssicherheit. Auswirkungen von Stress sind in erster Linie Raserei und Drängeln, die Ursachen liegen meist im privaten, gesundheitlichen oder beruflichen Bereich. Häufig ist der Verkehr aber selbst für den Stress verantwortlich, etwa wegen der "Roten Welle" oder künstlichen Behinderungen im Straßenverlauf - das ist auch ein zentrales Ergebnis des ÖAMTC-Symposiums "Krankmacher Auto?".

Gemeinsam mit der ÄKVÖ (Ärztliche Kraftfahrvereinigung Österreichs) lud der Club Anfang April in Wien zur Expertentagung über krankmachende Faktoren beim Autofahren. Eine Kettenreaktion geht auch von Angst und Stress im Straßenverkehr aus: Die Konzentration reduziert sich, häufig reagieren Lenker aggressiv. Ihre Fahrweise ist unkontrolliert und offensiv, was wiederum überhöhte Geschwindigkeit bedingt. Herwig Scholz, Vorstand der Neurologie- und Psychosomatik-Abteilung des LKH Villach sprach in diesem Zusammenhang von "Road Rage". Auch Angst und Stress sind Krankmacher, die sich dramatisch auf die Verkehrssicherheit auswirken. "40 bis 45 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle passieren aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit", erklärte Scholz im Rahmen seines Referates. Angst, Stress und Aggressionen seien mitverantwortlich für diese Unfälle.

Angst beim Autofahren kann etwa durch Termindruck oder Überlastung ausgelöst werden, aber auch als Gegenreaktion auf eine Bedrohung, wie Drängeln oder Anblinken. Als Stressfaktor nannte Scholz unter anderem hohe Verkehrsdichte, Stau und Baustellen. Wer in einer solchen Situation aggressiv reagiert, verwendet mitunter sein Auto als Mittel zum Zweck, hupt und drängelt. Andere Lenker werden geschnitten oder ausgebremst, um der eigenen Wut Ausdruck zu verleihen. Die persönliche Reaktion auf eine belastende Verkehrssituation kann recht unterschiedlich ausfallen. Auch nicht bewältigte Spannungen durch Konflikte werden häufig durch aggressives und rücksichtsloses Fahren ausgelebt. "Hier bestehen manchmal fließende Grenzen zu Suizidhandlungen, weil vorhandene Risiken nicht beachtet werden", erläuterte Scholz. "Unglücklicherweise betrifft das dann nicht nur den Fahrer selbst, sondern auch alle anderen damit konfrontierten Verkehrsteilnehmer."

Scholz nannte präventive Möglichkeiten: Ausreichende gezielte Kontrolltätigkeit ist nach Ansicht der Mediziners ebenso nötig wie konsequente Reaktionen bei wiederholter Aggressivität. Außerdem sollte extreme Verkehrsdichte möglichst vermieden werden.

Der ÖAMTC sieht erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten:
Koordinierte Ampelschaltungen, umfassende Verkehrsinformation bzw. Verkehrsleitung sowie sachgerecht ausgeführte straßenbauliche Maßnahmen und professionelles Baustellen-Management können zusätzlichen Stress verhindern und so die Verkehrssicherheit insgesamt erhöhen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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