Lebensmittelverband: Heimische Industrie leidet unter deutschem Einwegpfand

"Dem Ultimatum der EU-Kommission müssen Taten folgen!"

Wien (OTS) - "Unsere Bedenken waren gerechtfertigt - jetzt müssen endlich Taten folgen!" Mit diesen Worten kommentierte Michael Blass, Geschäftsführer des österreichischen Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Entscheidung der EU-Kommission, Deutschland ein zweimonatiges Ultimatum zur Änderung des Einwegpfands zu setzen. "Die Kommission bestätigt damit unsere Ablehnung des Einwegpfands als wettbewerbsverzerrendes Handelshemmnis, das nicht zuletzt auch österreichische Abfüller und Hersteller massiv benachteiligt", so Blass. Falls Umweltminister Trittin nicht innerhalb der Zweimonatsfrist reagiere, sollte die Kommission umgehend vor dem EUGH Klage erheben. "95% aller Getränkeimporte nach Deutschland kommen in Einwegverpackungen. Da kann man nicht einfach die Marktzutrittsbarrieren für ausländische Anbieter so belassen."

Laut jüngster Statistik seinen beispielsweise die Dosenbier-Lieferungen aus Deutschland nach Österreich im Jahr 2003 um rund 91% geradezu explodiert - die Bierlieferungen von Österreich nach Deutschland seien jedoch um 34% zurückgegangen. Ein ähnliches Bild zeichne sich bei Mineralwässern ab: die Exportmenge nach Deutschland sei im letzten Jahr um fast 58% zurückgegangen. Und bei den Limonaden betrage das Exportminus nach Deutschland für 2003 rund 38% im Vergleich mit dem Vorjahr. "Die heimische Getränkeindustrie verzeichnet massive Einbußen durch ein pseudo-ökologisches System in Deutschland, das etwa 1,2 Milliarden Euro kostet und nur 0,04 Prozent ökologischen Nutzen bringt. Dazu kommen 375 Millionen Euro "Pfandschlupf", weil unzählige Verpackungen verloren gehen", monierte Blass. Diese Daten seien sowohl von der Prognos-Studie, durch Untersuchungen der Wirtschaftsvereinigung alkoholfreier Getränke sowie durch den Bundesverband der Verbrauchzentralen in Deutschland gestützt. "Damit ist klar - das Einwegpfand ist ein Verlustgeschäft für alle - für die Verbraucher, für die Wirtschaft, und für die Umwelt", schloss Blass.

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