Glawischnig: Bartenstein mit falschen Zahlen gegen Ökostrom

Umweltziele erfordern weiteren Ausbau bei Erneuerbaren

Wien (OTS) - "Es finden sich schlicht und einfach keine seriösen Argumente gegen den Ökostrom-Ausbau. Deswegen greift BM Bartenstein in fahrlässiger Weise in die Trickkiste", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen, die gestrigen Aussagen des Wirtschaftsministers. Weder werde das Ökostromziel heuer erreicht, noch seien die Ökostromkosten für Haushalte unzumutbar, wie Bartenstein weismachen wolle. Glawischnig fordert vom Wirtschaftsminister eine seriös gerechnete Evaluierung des Ökostromgesetzes vorzulegen und unlauteren Zahlenspiele zu beenden. Die Grünen seien bereit, sich an einer ernsthaften Debatte zu beteiligen und gesetzliche Spielräume zur Effizienzsteigerung beim Ökostrom zu nutzen. Die Zerschlagung des derzeitigen Erfolgsmodells per Ausschreibungsmodell und Kostenbeschränkung, die Bartenstein durchdrücken will, sei inakzeptabel.

Es sei nachweislich falsch, dass Österreich heuer das für 2008 angepeilte Ökostromziel von vier Prozent erreiche. Laut der dem Wirtschaftsminister unterstellten Behörde E-Control wird Ende 2004 ein Ökostromanteil von 2,77 Prozent erreicht. Auf Grund der Finanzierungsblockade zu Jahresbeginn, die in der Prognose unberücksichtigt ist, werde die Ökostromquote wahrscheinlich noch niedriger liegen. Eine klare Manipulation ist laut Glawischnig die Behauptung Bartensteins, die Förderung von Ökostrom betrage ein Fünftel des Strompreises ohne Netzkosten und Steuern. "Tatsächlich macht die Ökostromförderung nur ca. 10 Prozent des Strompreises aus, selbst nach Bartenstein-Methode gerechnet. Die für die KonsumentInnen relevante Zahl, nämlich der Anteil der Ökostromkosten am Endkundenpreis, betrage lediglich knapp drei Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt müsse im Jahr 2004 mit insgesamt ca. drei Euro an Mehrkosten für Ökostrom gegenüber 2003 rechnen", ergänzt Glawischnig.

Glawischnig erinnert neuerlich an die EU-Verpflichtung den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf 78,1 Prozent zu steigern. Auf Grund des Wachstums beim Stromverbrauch müssten die Ökostromziele stark nach oben korrigiert werden, um das Ziel zu erreichen. "Der von Bartenstein geplante Systemwechsel bedeutet das Ende der Ökostrom-Erfolgsstory mit negativen Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Österreich", schließt Glawischnig.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001