Verspäteter Aprilscherz verwundert Bioszene

Ankündigung von RLB Oberösterreich zur Lancierung einer Pseudo-Bio-Marke in der Montag Ausgabe der Salzburger Nachrichten löst in Bio Kreisen Verwunderung aus.

Wien (OTS) - Wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom
19. April berichten, kündigte RLB-Chef Scharinger letzten Freitag die Lancierung einer neuen Pseudo-Bio-Marke an. Geplant ist eine neue Produktline unter der Marke "Bio - Best of Austria. "Die Marke stellt lediglich auf im Rahmen des österreichischen Programms für Landwirtschaft und Umwelt (ÖPUL) erzeugte Produkte ab und reklamiert sie als Bioprodukte, ohne die strengen Kriterien für ökologischen Landbau zu erfüllen ... Im Rahmen des ÖPUL Produziertes sei "praktisch bio"." so die SN Berichterstattung vom Bauernstammtisch der RLB am Freitag Abend.

Ing. Hannes Tomic, Obmann von BIO ERNTE AUSTRIA, weist diese Konsumententäuschung entschieden zurück: "Es ärgert mich, dass immer wieder Trittbrettfahrer auf unseren Zug aufzuspringen versuchen. Bio ist gestzlich definiert und strengstens kontrolliert. Nur Bio ist Bio - das sollte sich schön langsam herumgesprochen haben."

"Der Bericht in den Salzburger Nachrichten zeigt wie attraktiv das Bio-Segment in den letzten Jahren geworden ist. Der Versuch das Bio-Mäntelchen über konventionell produzierte Produkte zu stülpen und damit den Konsumenten Mogelpackungen anzubieten, ist jedoch verwerflich und wurde leider schon des öfteren versucht. Nach ÖPUL erzeugte Produkte sind schlicht und einfach normale Nahrungsmittel aus konventioneller Landwirtschaft; "praktisch bio" gibt es nicht!:
Nur Bio ist Bio!"

Zwtl. Biolandbau und Bezeichnung für Bio-Lebensmitteln gesetzlich streng geregelt

Bereits 1991 wurden vom EU-Agrarministerrat gesetzliche Regelungen für den biologischen Landbau beschlossen und 1992 in Kraft gesetzt -die sogenannte EU-Verordnung 2092/91. Darin sind alle Richtlinien für den biologischen Pflanzenbau, die artgerechte Tierhaltung, das absolute Gentechnikverbot, ein unabhängiges Kontrollsystem und die Verarbeitung und Bezeichnung von Bio-Lebensmitteln gesetzlich verankert.

Über 18.300 österreichische Biobäuerinnen und Biobauern wirtschaften nach diesen gesetzlichen Vorschriften und bieten den KonsumentInnen hochwertige Bio-Lebensmittel an.

Nur bio ist bio!

Wo Bio drauf steht, muss auch Bio drinnen sein. Daher dürfen ausschließlich biologische Lebensmittel die folgenden Bezeichnungen tragen:

"aus biologischem (ökologischem) Anbau" "aus kontrolliert biologischem Anbau" (Abkürzung: kbA) "aus biologischer (ökologischer) Landwirtschaft" "aus biologischem (ökologischem) Landbau"

Diese Bezeichnungen bieten Konsumenten Schutz beim Bio-Einkauf. Missbräuchliche Verwendungen gelten als Verletzung des Wettbewerbs-bzw. Lebensmittelrechtes.

Rückfragen & Kontakt:

ARGE Biolandbau, BIO ERNTE AUSTRIA, ÖIG (BIO AUSTRIA)
Wilfried Oschischnig, Öffentlichkeitsarbeit
T ++43 01-403 70 50 - 23
wilfried.oschischnig@bioinfo.at

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