LH Haider will Südösterreich mit libyschen Diskont-Benzin versorgen

VK Gorbach und LH Haider vom libyschen Ministerpräsidenten Ghanem empfangen - Freundschaftliche Beziehungen betont

Tripolis (LPD). Heute, Samstag, sind Vizekanzler Hubert Gorbach und Landeshauptmann Jörg Haider in Tripolis zu offiziellen Terminen mit dem libyschen Ministerpräsidenten Shukri Ghanem und dem Vizepremier Ali al-Mahmudi zusammengetroffen. Inhalt der Gespräche waren die langjährigen guten Verbindungen zwischen Österreich und Libyen und bereits auch schon die Konkretisierung von Wirtschaftsprojekten. Die freundschaftlichen Beziehungen sind schon Freitagabend durch einen außerprotokollarischen Besuch von Ghanem beim Empfang der Delegation in der österreichischen Botschaft in Tripolis unterstrichen worden. Haider wertete dies als große Wertschätzung gegenüber Österreich und Kärnten.

Im anschließenden Pressegespräch berichtete Haider, Ghanem habe sich dafür bedankt, dass Österreich bereits zu Libyen gestanden sei, "als es vom Rest der Welt noch nicht gut behandelt wurde". Der libysche Premierminister habe versichert, dass "man wisse, wo die wahren Freunde sitzen", so der Landeshauptmann.

In diesem Zusammenhang konnte Haider schon auf ein großes Vorhaben hinweisen: Südösterreich solle mit Diskont-Treibstoffen aus der im libyschen Besitz befindlichen Mailänder Raffinerie Tam-Oil versorgt werden. Angesichts der steigenden Treibstoffpreise solle damit der OMV Konkurrenz gemacht werden. Offen sei noch, ob ein eigenes Tankstellennetz ausgebaut oder eine Kooperation mit bestehenden Diskontern eingegangen werde, so Haider.

Außerdem werde noch heute ein Großauftrag für die VA-Tech mit einem Vertrag fixiert, berichtete Haider. Es handle sich dabei um den Bau von sechs Umspannwerken zur Energieversorgung mit einem Auftragsvolumen von 100 Millionen Euro. Weitere große Möglichkeiten sieht der Landeshauptmann in den Privatisierungsbestrebungen, die derzeit in Libyen im Gange seien. Für den Aufbau einer Tourismus-Infrastruktur sollten die Regierungen von Österreich und Libyen Rahmenabkommen abschließen, die weitere Großaufträge, wie die Errichtung von Hotelanlagen, bringen könnten.

Andere wichtige Gesprächsthemen betrafen Projekte am Sektor der medizinischen Versorgung und den Ausbau des libyschen Bewässerungsnetzes mit Hilfe österreichischer Technologie.

Um engere Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung ging es im anschließenden Gespräch von Gorbach und Haider mit dem Vizepremierminister Ali al-Mahmudi.

Bereits Freitagabend hat der libysche Ministerpräsident Shukri Ghanem mit einem überraschenden Besuch beim Empfang der österreichischen Delegation in Tripolis seine Wertschätzung gegenüber den Beziehungen beider Länder demonstriert. Haider und Gorbach bezeichneten den unerwarteten Besuch des libyschen Premierministers als einen Beweis "für das außerordentlich gute Verhältnis zwischen den beiden Staaten". Für die Intensivierung der wirtschaftlichen Kontakte sei dies von großer Bedeutung.

Haider, auf dessen Initiative die Reise zu Stande gekommen war, betonte, dass seine schon vor einigen Jahren begonnenen Kontaktaufnahme zu dem nordafrikanischen Land bestätigt sei. "Man muss im Hinblick auf die Wirtschaft immer einen Schritt voraus sein, der Nachhinkende hat schon verloren", so der Landeshauptmann.

Gorbach bezeichnete diese Reise als einen Brückenschlag zu einem arabischen Land, das in den kommenden Jahren sicherlich noch eine interessante Rolle für Österreich, aber auch für restlichen EU-Länder spielen werde. "Libyen ist zweifellos ein Zukunftsmarkt und daher ist es Aufgabe der österreichischen Bundesregierung, unseren Betrieben einen derartigen viel versprechenden Markt zu öffnen", so der Vizekanzler.
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