Sima zur neuen EU-Kennzeichnung: Kleiner Schritt für die Konsumenten

0,9 Prozent als Schwellenwert zu hoch - Volle Transparenz und strenge Kontrollen unerlässlich

Wien (SK) Als einen "kleinen Schritt für die KonsumentInnen" bezeichnet SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die ab morgen in allen EU-Ländern geltende neue Vorschrift zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel: "Natürlich hätte ich mir aus Konsumentensicht noch eine viel strengere Kennzeichnung und volle Transparenz gewünscht, doch im Vergleich zum Jetztzustand, wo gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel überhaupt nicht gekennzeichnet werden, ist die neue Regelung dennoch Fortschritt", so SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima. Unverständlich sei allerdings, warum der hohe Schwellenwert von 0,9 Prozent für zulässige GVO-Beimischungen gewählt wurde. Enthält ein Lebensmittel weniger als 0,9 Prozent eines gentechnisch veränderten Bestandteils so müsse es nicht gekennzeichnet werden, kritisiert Sima. ****

"Dieser Grenzwert wurde völlig willkürlich eingeführt und ist wissenschaftlich absolut nicht begründbar und auch für KonsumentInnen völlig unverständlich", so Sima am Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Problematisch sei auch, dass der Hinweis auf gentechnische Zutaten lediglich im Kleingedruckten auf der Zutatenliste auf der Produktrückseite zu finden sei. "Künftig wird man zum einkaufen mehr denn je eine Lupe benötigen", so die Umweltsprecherin.

Aufgrund der seit 1997 geltenden Novel-Food-Verordnung war die Anwendung von gentechnisch manipulierten Organismen bislang nur dann kennzeichnungspflichtig, wenn diese im Endprodukt nachgewiesen werden konnten, de facto war in österreichischen Supermärkten jedoch keine gekennzeichneten Produkte zu finden. "Mit der neuen Kennzeichnung muss nun jede direkte Anwendung eines GVOs im Laufe der Herstellung des Lebens- und Futtermittels gekennzeichnet werden, unabhängig davon, ob der Einsatz im Endprodukt noch nachweisbar ist oder nicht", erläutert Sima. Strenge Kontrollen seien nun unerlässlich damit die neue Verordnung kein "zahnloser Papiertiger" bleibe, fordert Sima.

"Wir werden in parlamentarischen Anfragen genauest erfragen, wie viele Kontrollen die zuständige Behörde durchführt und zu welchen Ergebnissen diese Überprüfungen ergeben haben", so Sima. Sie erneuert in diesem Zusammenhang ihre Forderung, wonach "Lebensmittelsünder", die wiederholt gegen Kennzeichnungsverordnungen verstoßen haben, publiziert werden sollen. "Bislang hat das Gesundheitsministerium dies stets mit der fragwürdigen Begründung auf den Datenschutz abgelehnt", kritisiert Sima. "Die KonsumentInnen haben ein Recht darauf zu erfahren, wer wiederholt gegen Kennzeichnungsbestimmungen verstoßen hat, Gesundheitsministerin Rauch-Kallat soll endlich tätig werden", so Sima abschließend. (Schluss) wf/mm

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