"Neues Volksblatt" Kommentar: "Frauensache" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 17. April 2004

Linz (OTS) - =

Heinz Fischer hat nicht ungeschickt im Streitgespräch
mit seiner weiblichen Gegnerin den Kavalier hervorgekehrt. Er gab ihr manchmal höflich recht und verteidigte sie gegen den Vorwurf, eine Marionette des Bundeskanzlers zu sein. Fischer hat damit mehr Gespür für das Argument "Frau" im Wahlkampf gezeigt als die Genossinnen aus seiner SPÖ. Jahrelang haben sich SP-Frauenministerinnen für die Chancen der Frauen wichtig gemacht. Jetzt beweisen sie, dass ihnen die Partei über alles geht. Sicher ist das Argument "Frau" allein zu wenig, es muss auch die Qualifikation stimmen. Aber bei einer Frau, die ihrem männlichen Mitbewerber mehr als ebenbürtig ist, wie sich im Fernsehen zeigte, können jetzt alle jene zur Tat
in der Wahlurne schreiten, die sonst lautstark nach Frauen in Spitzenpositionen schreien. In dieser Hinsicht war das TV-Duell aufschlussreich. Heinz Fischer hat die Gefahr für sich erkannt und flüchtet in die Rolle des Kavaliers der alten Schule. Das geht nicht so weit, dass er Frau Ferrero an der Tür zur Hofburg freiwillig den Vortritt überlässt. Das können aber die Wählerinnen und Wähler ruhigen Gewissens besorgen.

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