Die Transporteure: Hohe Mauteinnahmen machen Bemautung der Bundesstraßen gar nicht notwendig

WKÖ-Fachverband Güterbeförderung-Obmann Moser: "Keine politischen Schnellschüsse"

Wien (PWK257) - "Die Höhe der Mauteinnahmen und die aktuelle Verkehrssituation rechtfertigen weder eine zusätzliche Bemautung der Bundesstraßen noch zusätzliche Straßensperren", stellt Adolf Moser, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung der Wirtschaftskammer Österreich, klar fest.

"Die Mauteinnahmen aus dem hochrangigen Straßennetz liegen weit höher als wir uns erwartet haben." Das überrasche umso mehr, als der Verkehr in Ostösterreich abgenommen habe. Insbesondere die Grenzen in Richtung Ungarn würden kaum mehr frequentiert. "Ersten Schätzungen zu Folge bedeutet das einen Rückgang des Straßengüterverkehrs durch Österreich um etwa 5 bis 6 Prozent. Genaueres wird sich allerdings erst nach etwa einem halben Jahr messen lassen", so Moser.

Die Prognosen, dass Österreich wegen der hohen Maut umfahren wird, hätten sich bewahrheitet. "Vordergründig ist das - wegen der Transitproblematik - zu begrüßen. Mittelfristig wird aber durch die Mauthöhe der Wirtschaftsstandort Österreich in Frage gestellt." Er hoffe aber, dass sich diese seine Befürchtung als falsch herausstellt, fügt er hinzu.

"Eine zusätzliche Bemautung der Bundesstraßen kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Die EU-Richtlinie sieht ein sehr strenges Prozedere vor. Angesichts der höchsten Mautsätze in Europa ist es wenig wahrscheinlich, dass die EU eine zusätzliche Bemautung zulässt. Angesichts der sehr hohen Einnahmen ist eine solche entbehrlich." Sehr genau geprüft müsse die Frage von Fahrverboten für Lkw und Busse auf Bundesstraßen werden. Nicht jeder Lkw, der über eine Bundesstraße fahre, sei ein "Mautflüchter". Vielmehr gebe es nun in Österreich ein völlig neues System der Bezahlung von Benützungsabgaben: "Alle Beteiligten an dieser ‚Online-Abgabe’ müssen nun lernen, mit der neuen Technik zu leben, die Betreiber, die Politik und die ‚Online-Zahler’."

"Ich halte nichts von politischen Schnellschüssen. Heikle Themen müssen vielmehr am Verhandlungstisch besprochen werden. Nur dort kann man alle Fakten austauschen und beurteilen", so Moser abschließend. (JR)

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