TV-Konfrontation: Blecha sieht Fischer deutlich voran

Fischer führt bei Glaubwürdigkeit, sozialer Kompetenz, Neutralität und Überparteilichkeit

Wien (SK) PVÖ-Präsident Karl Blecha richtete den "nachdrücklichen Appell an die Wählerinnen und Wähler, am 25. April Heinz Fischer ihre Stimme zu geben". Am Freitag hat er in einer Pressekonferenz, gemeinsam mit der Historikerin Erika Weinzierl und der Einkunstlaufolympiasiegerin Trixi Schuba, beide sind Mitglied im überparteilichen Personenkomitee für Heinz Fischer, eine Nachbetrachtung zur gestrigen TV-Konfrontation zwischen den Präsidentschaftskandidaten Fischer und Ferrero-Waldner geliefert. Die bekannten Umfragen ergeben nach Blechas Überzeugung ein klares Bild:
Fischer ist bei Glaubwürdigkeit, sozialer Kompetenz, Neutralität und Überparteilichkeit deutlich voran. ****

Einige Detailergebnisse der von IFES durchgeführten Telefonumfrage: Die Frage, wer sattelfester bei sozialen Fragen gewesen sei, beantworten 41 Prozent mit Fischer, 30 Prozent mit Ferrero. Bei den Pensionisten ist Fischer noch deutlicher voran, und zwar mit 50 zu 29. Bei der Frage der Neutralität sehen 57 Prozent Fischer voran gegenüber 21 Prozent für Ferrero. Die Frage, wer überzeugender gewesen sei, beantwortet eine knappe Mehrheit mit Fischer.

Bei der Glaubwürdigkeit ist Fischer mit 43 zu 37 Prozent voran; keine signifikanten Unterschiede gibt es hier zwischen dem Durchschnitt und den Pensionisten; deutlich signifikant sei allerdings der Vorsprung Fischers bei den jungen Menschen (bis 34 Jahre). In dieser Altersgruppe sehen 60 Prozent Fischer als glaubwürdiger, 22 Prozent Ferrero-Waldner.

Auch wenn Fischer im TV-Duell deutlich überzeugender als seine Kontrahentin Ferrero-Waldner gewesen sei, warnt Blecha davor zu glauben, dass die Wahl schon entschieden sei. In dem Zusammenhang wundert sich Blecha über so manche Zeitungskommentare, die einen großen Aufholprozess Ferreros behaupten. Er wies darauf hin, dass Umfragen im Herbst (also bevor Fischer und Ferrero offiziell nominiert waren) Ferrero in Umfragen vorn gelegen war; später habe sie mit einem ungeschickten Fernsehauftritt einigen Kredit verspielt. Aber: "Die Meinungen sind nicht gefestigt", betonte Blecha.

Blecha zeigte sich aber überzeugt, dass seine Klientel, die rund zwei Millionen Pensionisten in Österreich, es der ÖVP-Kandidatin "sehr übel nehmen", dass sie die Pensionskürzungen als Regierungsmitglied mitbeschlossen habe. Auch dass sie in der Fernsehdiskussion die Kürzungen einfach in Abrede stellen wollte, "hat ihr sehr geschadet", sagte Blecha. Dazu komme die "objektiv falsche" Behauptung Ferreros, dass in den 90er Jahren die Pensionen gekürzt worden seien. Immerhin begründet die Regierung die mageren Pensionsanpassungen der letzten Jahre mit "Übergenüssen" in den 90er Jahren.

Die bekannte österreichische Historikerin Erika Weinzierl erklärte, warum sie dem überparteilichen Personenkomitee für Heinz Fischer beigetreten ist. "Ich habe mich von mir selbst aus gemeldet, weil ich Heinz Fischer seit vielen Jahren als vorbildlichen Präsidenten (des Nationalrats, Anm.) kenne." Fischer habe das Amt des Nationalratspräsidenten stets objektiv ausgeübt. Weinzierl: "Ich halte ihn für ganz besonders geeignet, der nächste Bundespräsident von Österreich zu sein."

Trixi Schuba, Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, begründete ihre Unterstützung für Fischer so: "Ich habe Heinz Fischer als Mensch kennen und schätzen gelernt." Auch sie hebt hervor, dass Fischer in seiner bisherigen Funktion als NR-Präsident neutral und sachlich agiert habe. Schuba erinnerte dabei an die gestrige TV-Konfrontation, wo auch Außenministerin Ferrero-Waldner einräumen musste, dass sie im Parlament vom Vorsitzenden Fischer kein einziges Mal unfair behandelt wurde.

An Fischer hob Schuba seine Ruhe und Autorität hervor und sie betonte: "Fischer ist der geeignete Mann." Dass die ÖVP-Kandidatin Ferrero-Waldner so großen Wert darauf lege, dass sie "als Frau" antrete und zugleich gestern in der TV-Konfrontation alle vorherigen Bewerberinnen für das Präsidentenamt abqualifiziert habe, hält Schuba für vermessen. Ferrero-Waldner hat gesagt, sie wäre "die erste wählbare Frau", die für dieses Amt kandidiere. Schuba sieht darin "eine Beleidigung gegenüber den anderen Frauen". Immerhin haben vor Ferrero schon Gertraud Knoll, Heide Schmidt und Freda Meissner-Blau kandidiert. (Schluss) wf

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