Kaspar: Verbessertes Betreuungsangebot für Aidspatienten

HIV-Patienten weiterhin unter der Obhut des HIV-Experten Vetter

Wien (OTS) - "Im Sinne der HIV-Patienten konnte gemeinsam mit der AIDS Hilfe Wien, Selbsthilfegruppen und Betroffenen ein Modell entwickelt werden, bei dem es sogar zu einer Erweiterung des Betreuungsangebotes kommt", erklärte Prim. Dr. Ludwig Kaspar, Direktor der KAV-Teilunternehmung Krankenanstalten und Pflegeheime, im heutigen Mediengespräch.

Anfang März hätte die AIDS-Intensivstation der zweiten Internen Lungenabteilung auf die erste Interne Lungenabteilung des Otto-Wagner-Spitals verlegt werden sollen. Nachdem die Wiener AIDS Hilfe gemeinsam mit Vertretern der Betroffenen in einem Gespräch mit KAV-Direktor Kaspar ernsthafte Bedenken geäußert hatte, wurde der Termin gestoppt. "Bei der Verlegung ging es niemals ausschließlich um Kosteneinsparungen, sondern vielmehr um eine verbesserte Betreuung auf der größeren und besser ausgestatteten Intensivstation "Hermann" der ersten Lungenabteilung", so Kaspar. "Doch den Patienten war wichtig, so lange wie möglich auf der AIDS-Station "Annenheim" betreut zu werden und auch auf der Intensivstation "Hermann" unter der Obhut des HIV-Experten Prim. Vetter zu bleiben." Daher wurde eine Variante ausgearbeitet, die all diese Faktoren berücksichtigt.

Beck: Wir stießen auf großes Verständnis

"Während unseres fast dreimonatigen Gesprächsprozesses stießen wir auf großes Verständnis für die Anliegen HIV-positiver Menschen", so der Obmann der AIDS Hilfe Wien, Dennis Beck. "Das gemeinsame Ergebnis berücksichtigt sowohl die notwendige Struktur innerhalb eines Spitalskonzerns als auch den menschlichen Aspekt aus Sicht der Betroffenen."

"Für uns Betroffene ist es sehr wichtig, dass eine gute und fachspezifische Betreuung gewährleistet ist. "Annenheim" ist oft für Wochen oder Monate unser Zuhause, daher ist es wichtig, dass die AIDS-Intensivstation, wenn auch mit einigen Änderungen, erhalten bleibt", so Wiltrud Stefanek, Obfrau vom Verein H. I. V. "Auf Grund unserer Interventionen und der Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten konnte eine akzeptable Lösung für uns alle gefunden werden."

Überwachungsstation zur gezielteren Betreuung der AIDS-Patienten

Im Abschlussgespräch am Dienstag wurde schließlich folgende Lösung zwischen Prim. Dr. Norbert Vetter, KAV-Direktor Kaspar und dem Vorstand der ersten Internen Lungenabteilung, Univ. Prof. Dr. Otto Burghuber, erzielt: Drei Intensivbetten der zweiten Lungenabteilung unter Prim. Vetter werden auf die erste Lungenabteilung verlegt und dort unter der Expertise von Prim. Vetter als AIDS-Intensiv-Betten weitergeführt. Anstelle der bisherigen AIDS-Intensivstation auf Station "Annenheim" entsteht eine Überwachungsstation (RCU).

Die verbindlich vereinbarten Punkte im Detail:
o Es wird gewährleistet, dass jeder HIV-Patient ein Bett bekommt. Für HIV-PatientInnen sind zumindest drei Betten vorgesehen.
o Die HIV-Expertise verbleibt bei Prim. Dr. Vetter. Die Aufnahme,

die medizinische Führung und die Transferierung der HIV positiven PatientInnen erfolgt einvernehmlich zwischen der

ersten und zweiten Lungenabteilung.
o Die Intensivstation "Annenheim" wird in eine so genannte RCU

(Respiratory Care Unit) umgewandelt. Dadurch wird das Leistungsspektrum für die HIV-PatientInnen erweitert, da durch die eingezogene Zwischenstufe eine gezieltere und differenziertere Behandlung möglich ist. Das Leistungsspektrum einer RCU umfasst eine intensive Überwachung von PatientInnen, die noch nicht im Sinne einer Intensivstation kontrolliert

beatmungspflichtig sind.
o Jene Pflegepersonen der Station "Annenheim", die weiterhin im

Intensivbereich Level III arbeiten möchten, können auf der Intensivstation "Hermann" tätig sein. Die anderen MitarbeiterInnen verbleiben auf "Annenheim". Zudem sind intensive Schulungen aller MitarbeiterInnen der Station "Hermann", in Bezug auf die besonderen Bedürfnisse von HIV PatientInnen, vorgesehen. o Ein eigener Dienstposten (Pflegeposten) wird für einen Liaison Dienst auf "Annenheim" zur Verfügung stehen, um den speziellen Bedürfnissen der HIV-Klientel jederzeit nachkommen zu können. o Im Gegensatz zur Station "Annenheim" steht auf Station "Hermann" während des Nachtdienstes ein Arzt ausschließlich für die Intensivpatienten zur Verfügung. o Zusätzlich bietet der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) an, alle vorgeschlagenen Maßnahmen in einem sechsmonatigen Probebetrieb zu testen. Alle in diesem Zeitraum auftretenden Beschwerden und Bedenken sind an Direktor Dr. Kaspar persönlich zu richten. Der Probebetrieb startete mit 15. April 2004.

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