LH Haider: Land Kärnten könnte Gesamtverantwortung für Lehrlingsausbildung übernehmen

Neues Angebot an Kärntens Wirtschaft - Hilfestellung für Lehrlinge und Betriebe - Behaltefrist auf ein Jahr ausdehnen

Klagenfurt (LPD) - Das Land Kärnten möchte künftig die Gesamtverantwortung für die Lehrlingsausbildung und -vermittlung tragen. Dieses weitreichende Angebot an Kärntens Wirtschaft machte gestern, Donnerstagabend, Landeshauptmann Jörg Haider im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Lehre im Klagenfurter WIFI: das Land sei bereit, in Kooperation mit Wirtschaft und Sozialpartnern eine Plattform zu bilden und die Kompetenz zur Koordination der Lehrlingsausbildung und -vermittlung vollständig zu übernehmen.

Dies sollte eine ganz entscheidende Hilfestellung für alle Lehrlinge und Lehrstellensuchende wie auch für Betriebe sein. So würde das Land dafür aufkommen, dass "schwierige" Lehrlinge ein Jahr lang von den Betrieben behalten werden. Während dieser Zeit würden jene Lehrlinge, die nicht oder noch nicht geeignet wären, vom Land zurückgenommen und weitervermittelt werden. Derzeit beträgt die Behaltefrist für die Betriebe nur drei Monate. Junge Menschen müssten diese Chance bekommen, um später gute Facharbeiter zu werden, auch wenn es anfänglich Startprobleme gebe bzw. ein Rückstand aufzuholen sei, so Haider.

Die jeweiligen ausbildenden Betriebe hätte mit diesem Entgegenkommen des Landes jedenfalls ein Jahr Entscheidungsfreiheit. Das Land würde die Rücknahme falls notwendig vornehmen und sich nach Einschaltung der Schiedsstelle und in Kooperation mit Partnern weiter um die Integration der Lehrlinge kümmern.

Dieses Angebot sei insgesamt auch ein Anreiz, mehr Lehrlinge aufzunehmen, so Haider. Der Landeshauptmann stellte weiters fest, dass die Lehrer angehalten werden sollten, die Schüler zu besseren Leistungen in den Hauptschulen zu verhelfen. Auch müsse die berufskundliche Orientierung früher als derzeit erfolgen. Das Land habe mit seiner Lehrlingsoffensive und einem Bündel von Maßnahmen, darunter auch dem neuen Berufsschulkonzept, dem Heimausbauprogramm, Jobbörse oder auch dem Landeslehrlingswettbewerb "LION", sehr viel für die Beschäftigung und Qualifikation von Lehrlingen sowie Aufwertung von Lehrberufen getan und damit große Erfolge erzielt. Ein Ziel sei es auch, die kostenlose Berufsreifeprüfung zu erreichen, erwähnte der Landeshauptmann.

Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher zeigte sich über die Kooperation erfreut und würdigte die Neuorientierung und Aufwertung der Lehrlingsausbildung seitens des Landes. Er unterstrich ebenfalls, dass die wenigen Lehrlinge, die es nicht auf Anhieb schaffen, nicht aufgegeben werden dürften. Lehrlinge würden dringend gesucht, so Pacher.

Weiters machte der Präsident das Angebot, die Einrichtungen der Kammer wie etwa WIFI den Berufsschülern bzw. -lehrern zur Verfügung zu stellen. Auch ÖGB-Präsident Adam Unterrieder hob die erfolgreiche Modernisierung der Berufsausbildung hervor und wies auf den eigenen Beitrag zur Schaffung überbetrieblicher Lehrwerkstätten zur Ausbildung neuer Berufe wie beispielsweise IT-Kaufmann hin.

Egon Blum, Lehrlingsbeauftragter des Bundes, sprach sich für die Aufwertung der Lehre aus und unterstrich die Wichtigkeit der richtigen Berufswahl. Er hob auch die Vorreiterrolle Kärntens in vielen Fragen der Lehrlingsausbildung hervor. Lehrstellenberater und Ausbildungsverbünde sowie das Modell Matura mit Lehre seien besonders zukunftsweisend. Lehrlinge müssten jedenfalls so behandelt werden, dass sie gut über ihr Unternehmen reden.
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