Bundesminister PRÖLL: Niederösterreicher sehen Erweiterung als Chance

Initiative "Neue Partner, neue Chancen" - Erweiterungsfest und Projektmesse in Marchegg

Wien/Marchegg (OTS) "Mit der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 beginnt ein neues Kapitel europäischer Geschichte. Die Epoche des Eisernen Vorhanges ist endgültig Vergangenheit. Das Land Niederösterreich hat mit Tschechien und der Slowakei gleich zwei Nachbarn, die am 1. Mai neu zur EU kommen. Auf diese Herausforderung ist Niederösterreich hervorragend vorbereitet. Niederösterreich hat rechtzeitig erkannt, wie wichtig es ist, die alten Nachbarn zu neuen Partnern zu machen", betonte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute, Donnerstag, anlässlich des Erweiterungsfestes im Schloss Marchegg (Niederösterreich), dem Schlusspunkt der Informationsoffensive "Neue Partner, neue Chancen."****

Für die Vorbereitung standen und stehen im Zeitraum von 2000 bis 2006 mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit konnten wesentliche Zukunftsprojekte in den Grenzregionen Niederösterreichs mit ihren rund einer Million Einwohnern realisiert werden. "Niederösterreich hat die Chancen des EU-Beitritts erkannt und für den Grenzraum Förderinstrumente wie INTERREG, LEADER und LIFE für vielfältige Umweltschutzprojekte erfolgreich genutzt", so Pröll. Für die hervorragenden Leistungen erhält Niederösterreich für die Zusammenarbeit mit Tschechien und der Slowakei von der EU zusätzlich rund 1,5 Millionen Euro. Diese sind für neue Projekte zum Aufbau grenzüberschreitender Netzwerke sowie nachhaltiger Raum- und Umweltentwicklung vorgesehen.

Bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist Niederösterreich ebenfalls erfolgreich. Die Regionen Niederösterreichs drängen mit ihren kulinarischen Angeboten auf die neuen Märkte. Ab 1. Mai können Niederösterreichs bäuerliche Familienbetriebe und Lebensmittelverarbeiter ihre hervorragenden Produkte und Spezialitäten wie die Qualitätsweine der Marchwinzer, Fleisch vom Galloway-Rind und das überreiche Angebot an Obst- und Gemüseprodukten auf einem Markt von 100 Millionen neuen Konsumenten anbieten. "Ich habe mit meiner "Exportoffensive 1-24" bereits im Vorjahr in Prag Konsumenten und Wirtschaftstreibende von der Qualität österreichischer Produkte überzeugen können und werde im Juni 2004 in Preßburg Stimmung für den Feinkostladen Österreich machen. Die Entscheidung, ob unsere tschechischen und slowakischen Nachbarn Österreich als Partner wählen oder ob die Deutschen, Franzosen und Holländer das Geschäft machen, wird in den kommenden Monaten fallen. Wir müssen uns also auch nach dem 1. Mai gehörig anstrengen", so der Landwirtschaftsminister. Auch für die Umwelt ist die EU-Erweiterung eine Bereicherung. Die Donau-March-Thaya-Auen beweisen eindrucksvoll, dass Naturschutz keine Grenzen kennt. Sie sind das europaweit erste trilaterale Auen-Schutzgebiet und werden von Österreich, der Slowakei und Tschechien nach gemeinsamen Grundsätzen bewirtschaftet. Das Ramsargebiet Donau-March-Thaya-Auen, das sich durch eine besonders große Artenvielfalt auszeichnet, bewahrt das Naturerbe für zukünftige Generationen. "Die neuen Mitgliedsländer bereichern die biologische Vielfalt der EU mit Tieren und Pflanzen, die im Rest der Europas teilweise schon ausgestorben sind", betonte Minister Pröll.

Tschechien und Slowakei für Umwelttechnologie-Unternehmen attraktiv Die neuen Partner haben im Umweltschutz großen Aufholbedarf. Allein, um die Umweltstandards der EU 15 zu erreichen, muss Tschechien 13,4 Milliarden Euro in die Verbesserung seiner Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, den Bau von Kleinwasserkraftwerken usw. investieren. Die Slowakei hat einen Investitionsbedarf von 5,4 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass die Tschechische Republik pro Einwohner 1.300 Euro, die Slowakei rund 1.000 Euro für die Verbesserung der Umweltstandards ausgeben müssen. "Für Österreichs innovative Unternehmen ist das wegen der geografischen Nähe und ihres weltweit anerkannten Know-hows eine ungeheure Chance, die wir nicht verpassen dürfen", appellierte Umweltminister Pröll an Niederösterreichs Unternehmer.

"Insgesamt dient die EU-Erweiterung der besseren Lebensqualität von fast 500 Millionen Menschen in einer erweiterten Union und der Bewahrung des ökologischen Erbes für künftige Generationen. Dafür stellen wir am 1. Mai die Weichen", schloss Minister Pröll.

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