Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 15.Apr 04 1,195 2,05% 4,15% 1960,5 4017,1 10378,0 9.Apr 04 1,210 2,04% 4,07% 1966,3 4013,5 10442,0 Veränderung 1,24% 0,01%Pkt 0,08%Pkt -0,29% 0,09% 0,61%

In der zweiten Aprilwoche setzte sich die Reihe positiver Nachrichten über die US-Konjunktur fort. Nachdem schon die Arbeitsmarktdaten für März weit über den Erwartungen gelegen hatten, haben nun auch die Einzelhandelsumsätze wieder angezogen. Die Konsumentenpreise sind dementsprechend wieder stärker gestiegen als zuletzt - und das sowohl insgesamt (0,5% gegenüber dem Vormonat) als auch im Sinne der geldpolitisch wichtigeren Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie (0,4% gegenüber Februar). Obwohl der Durchschnittslohn in derselben Zeit rückläufig war, wurden die Daten als Bestätigung für einen allmählich aufkommenden Inflationsdruck interpretiert, der zuletzt auch schon in den Einkaufsmanagerumfragen zum Ausdruck gekommen war. Die in Europa veröffentlichten Daten zeigten eine matte Erholung mit verbesserten Vorzeichen. Das Wirtschaftswachstum für Deutschland im ersten Quartal nun auf 0,2% geschätzt, die Auftragseingänge vom Februar zeigen aber eine leichte Besserung der Inlandsnachfrage an.

In den USA haben die aufkommenden Inflationsängste eine Zinserhöhungsspekulation auf den Finanzmärkten in Gang gesetzt, die durch die Daten der nächsten Woche, insbesondere den Konjunkturbericht der Notenbank (Beige Book der Fed) weiter gestützt werden dürfte. Interessant wird der Kommentar von Alan Greenspan vor dem Kongress werden, der vermutlich ein allmähliches Ende der 1%-Zinspolitik wieder etwas stärker betonen wird als zuletzt.

Da die Erwartung einer früheren als bisher angenommenen Steigerung der US-Leitzinsen in den Märkten bereits enthalten ist, rechnen wir mit keiner nennenswerten Aufwärtsentwicklung bei den Zinsen in der nächsten Woche. Mangels Datenveröffentlichungen und aufgrund des höheren Ausgangsniveaus bei den Geldmarktzinsen werden die europäischen Zinsen und Renditen diese Entwicklung mitvollziehen und dürften sich somit auf dem gegenwärtigen, insbesondere beiden den 10-Jahresrenditen wieder erhöhten Niveau, stabilisieren.

Auf den Aktienmärkten haben sich in den letzten Tagen die Konjunktur- und Unternehmensnachrichten neutralisiert. Die gute Konjunktur und die überwiegend positiven Quartalsberichte wie zuletzt zB von Apple und Intel die Kurse stützten, wurden sie von der Zinserhöhungsdiskussion nach unten gezogen. Das Resultat war eine Seitwärtsentwicklung. Auch hier gehen die wesentlichen Impulse von den USA aus, nachdem die europäische Berichtssaison erst allmählich startet, während die US-Berichtssaison bereits in vollem Gange ist.

Die positive Datenlage dürfte sich auch bei den nächsten anstehenden Quartalsberichten bestätigen. Lediglich Nokia, das bereits morgen seinen Quartalsbericht veröffentlicht, hat im Vorfeld eine Umsatzwarnung abgegeben. In Europa werden außerdem Infineon, Sony Ericsson und Nestle bereits in den nächsten Tagen veröffentlichen. In den USA wird in der kommenden Woche mit den noch ausstehenden 9 Dow-Jones-Unternehmen die Berichtssaison schon beinahe abgeschlossen sein. Da die Zinserhöhungsdiskussion bereits in den Kursen enthalten ist, rechnen wir in der kommenden Woche wieder mit freundlicheren Aktienmärkten.

Die gute Konjunktur und die Erwartung von Zinserhöhungen haben zu einer Fortsetzung der Dollar-Rallye geführt. Auch der Schweizer Franken wertete gegenüber dem Euro auf, was teils auf gute Schweizer Konjunkturdaten und teils auf die unsichere Lage im Irak zurückzuführen ist. Beide Währungen dürften in der kommenden Woche ihr Niveau halten können.

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