Waneck: Im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik muss der Mensch stehen

Opfer im „Kassenkrieg“ sind die Wiener Patienten

Steyr, (BMGF/STS) – „Im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik muss der Mensch stehen und nicht das Geld oder die Eitelkeit von Funktionären“, betonte heute FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck im Rahmen der in Steyr stattfindenden „Zukunftswerkstatt Gesundheit“, einer internationalen Expertenkonferenz. „Die Opfer im derzeitigen ‚Kassenkrieg’ sind die Patienten. Das sollte allen Beteiligten bewusst sein“, mahnte Waneck. *****

Es könne nicht sein, so Waneck, dass auf dem Rücken der ohnehin schon schwer verunsicherten Wiener Patienten Stellvertreterkriege ausgefochten werden. „Die Wienerinnen und Wiener haben ein Recht auf gesicherte medizinische Versorgung“, betonte Waneck, der davor warnte die Situation auszunützen jetzt Selbstbehalte, Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen zu fordern. Auch gegenseitige Drohgebärden helfen den vom vertragslosen Zustand bedrohten Wienerinnen und Wienern nicht. Es gehe jetzt vielmehr darum wieder Sicherheit und Stabilität ins Gesundheitswesen einkehren zu lassen, so Waneck.

Ein großes Problem sehe er, Waneck, derzeit bei der Geschäftsführung des Hauptverbandes, die dem vom eigenen Verwaltungsrat abgelehnten Vertrag einstimmig zugestimmt habe. Hier müsse überprüft werden in wie weit das Vertrauensverhältnis zum Verwaltungsrat noch gegeben sei. „Schließlich hat der Präsident offen gegen seine eigenen Geschäftsführer gestimmt“, so Waneck.

Inhaltlich sei die Ablehnung des Kassenvertrages ohnehin ein Streit um des Kaisers Bart, denn finanziell berühre der Vertrag lediglich knapp über 15 Prozent des Gesamtbudgets der Wiener Kasse. „Dadurch alleine wird die Wiener GKK nicht saniert. Die Patienten trifft dieser Punkt aber am härtesten“, so Waneck, der eine Gesundheitsreform einmahnte. Es sei an der Zeit über alternative Modelle wie etwa ein „Österreich der Regionen“ nachzudenken, bei dem die Gesundheitsversorgung der Österreicher über Bundesländergrenzen hinweg effizienter, unbürokratischer und billiger sichergestellt werden könnte. „Engstirniger Kantönligeist ist im 21. Jahrhundert fehl am Platz“, kritisierte Waneck.

„Ich rufe daher nochmals alle Beteiligten auf, sich im Interesse der Versicherten – für die sie schließlich verantwortlich sind – zusammenzusetzen und zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Der derzeitige Funktionärsstreit findet am falschen Platz statt, nämlich am Rücken der Wiener Patienten. Man kann auch miteinander Reden, ohne die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu gefährden“, schloss Waneck. (Schluss) mg bxf

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