ÖVP Wien: Einheitliche Leistungsstandards für Wiener Schulen

Damit unten raus kommt, was oben drauf steht

Wien (15.4.2004) - Bei der Donnerstags PK der ÖVP Wien bekräftigen Stadtrat Johannes Hahn und Bildungssprecher der ÖVP Wien, LAbg Walter Strobl die Forderung nach verlässlichen Bildungsstandards für Europa. Die Bundesregierung hat diese Bildungsstandards gestern im Ministerrat beschlossen. "So wie es einheitliche Adapter für die unterschiedlichen europäischen Steckdosen gibt, brauchen wir europaweit vergleichbare Bildungsstandards. Nur so kann endlich eine regionale und nationale Vergleichbarkeit der verschiedenen Schularten erreicht werden", so Hahn.

"Denn die Wettbewerbsfähigkeit beginnt im Klassenzimmer", erklärt der Bildungssprecher der ÖVP Wien, LAbg Walter Strobl. Geplante Bildungsstandards legen verbindlich fest, welche Grundkompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, etc.) Schülerinnen und Schüler als Folge des Unterrichts bis zum Ende der 4. Klasse in Deutsch und Mathematik, bzw. bis zur Vollendung der 8. Schulstufe in Deutsch, Mathematik und Englisch erworben haben sollen.

"Damit solle endlich überprüfbar sein, dass unten raus kommt, was oben drauf steht. Das Ziel dieser Maßnahme ist weniger Schülerleid, also weniger Druck für Schüler und Eltern", so Strobl. Denn von rund 8.000 eintretenden Schülern maturieren in Wien nur die Hälfte tatsächlich. Etwa 25 % wechseln in Berufsbildende Höhere Schulen, der Rest von rund 20-22% der Schüler geht nach der Schulpflicht quasi verloren. Der gigantische graue Markt der Nachhilfe blüht indes, hat aber auf diese Statistik kaum Einfluss. Und auch die psychischen und sozialen Problem der Schüler nehmen zu.

Das sei ein spezifisches Ballungsraum-Problem, erklärt ÖVP Wien Bildungssprecher Walter Strobl. Gerade hier in Wien braucht es ein verlässliches Regulativ, um Bildungsniveaus von Schulen vergleichbar zu machen, Schwächen aufzuzeigen und den Schülern den Übertritt in die richtige weiterführende Schule zu erleichtern. Die Übertrittsquoten in die AHS-Unterstufe sind regional sehr unterschiedlich. Im 13. Bezirk gehen fast 90% eines Jahrganges in die AHS. In Simmering sind es rund 40 %.

Durch Bildungsstandards wird auch die Hauptschule aufgewertet. "Mehr als 50 Prozent aller österreichischen Maturanten kommen aus der Hauptschule. Hauptschule ist also keine minderwertige Ausbildung oder gar eine unterpriviligierte Einbahnstraße. Wenn aber die so genannten "guten Hauptschüler", alle in die AHS-Unterstufe abwandern, dann wird die verbleibende Hauptschule schnell zu einer Restschule und die AHS-Unterstufe zu einer Art undifferenzierten Gesamtschule", erklärt Strobl.

Ein Zertifikat sollen zusätzlich zum Zeugnis Kompetenzen und Teilfertigkeiten festhalten, die in der Notengebung nicht berücksichtigt sind, z.B. Organisationstalent in der Schule und soziales Engagement. Während die SPÖ weiter von der Abschaffung der Leistungsbeurteilung, von der Zusammenlegung von AHS und Berufsbildenden Höheren Schulen, von Nivellierung unterschiedlicher Talente und Fähigkeiten zu einem nichts sagenden Mittelmaß träumt, können Bildungsstandards helfen, Eltern und Schülern mehr Klarheit zu geben und den Lehrern letztlich wieder mehr Sicherheit in ihrem beratenden Urteil. (Schluss)

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