Lackner: ÖVP steuert Gesundheitsversorgung ins Chaos

Vertragsloser Zustand kann vor September eintreten

Wien (SK) SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner erneuert heute, Donnerstag, seine Kritik am von der ÖVP verursachten "absoluten Chaos" in der Gesundheitspolitik. "Mit der offen parteipolitisch motivierten Blockadepolitik setzt die ÖVP die Gesundheitsversorgung in Wien aufs Spiel, die ÖVP steuert die Gesundheitsversorgung ins absolute Chaos", warnt Lackner. Denn der vertragslose Zustand - mit der Folge, dass die Patienten alle ärztlichen Leistungen zunächst selbst zahlen müssen und maximal 80 Prozent ersetzt kriegen - "kann schneller eintreten, als man glaubt", so Lackner. Er richtete an die ÖVP die Aufforderung, "endlich Vernunft anzunehmen und den Kassenvertrag in Wien nicht länger zu blockieren". ****

Lackner machte klar, dass ein vertragsloser Zustand viel eher eintreten kann, als berichtet; denn die Bundesschiedskommission wurde Ende Dezember vom Hauptverband angerufen, sie muss spätestens am 30. Juni zusammentreten, es könne freilich auch früher sein; diese Kommission kann dann den alten Vertrag um maximal drei Monate verlängern, die Frist kann aber auch kürzer sein. "Der 30. September ist der spätest mögliche Beginn eines vertragslosen Zustands, wahrscheinlich ist, dass das früher eintritt", so Lackner am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Der SPÖ-Gesundheitssprecher empfiehlt der ÖVP, den Kassenvertrag, der zwischen Wiener GKK und Wiener Ärztekammer ausgehandelt und von der Hauptverbandsgeschäftsführung gutgeheißen wurde, "zu lesen, bevor sie ihn ablehnen". Denn die Arzthonorare in Wien sind die zweitniedrigsten aller Gebietskrankenkassen; die Steigerung bei den Honoraren deutlich unter der Inflationsrate; die wiederkehrende Kritik der ÖVP, dass Wien zu viele Vertragsärzte habe, könne einer Überprüfung auch nicht standhalten, ergänzte Lackner. Denn von den großen österreichischen Städten Wien, Graz, Salzburg, Linz und Innsbruck ist die Vertragsärztedichte in Wien mit 1,06 pro 1.000 Einwohner nach Graz (1,05/1.000) die zweitniedrigste. (Schluss) wf

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