Villeroy & Boch im Geschäftsjahr 2003

Wien (OTS) -

  • Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2003 wurde durch hohe einmalige Aufwendungen für Produktionsumstellungen und zusätzlich durch Sonderaufwendungen in Höhe von 38,5 Mio. Euro für Restrukturierung wesentlich beeinflusst. Ohne die Restrukturierungsaufwendungen wäre ein EBT (Ergebnis vor Steuern) von 7,7 Mio. Euro ausgewiesen worden.
  • Für 2004 wird ein Umsatz über Vorjahr sowie ein positives Ergebnis erwartet.
  • Im ersten Quartal 2004 konnte der Umsatz um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Konzernumsatz im Vorjahresvergleich gesunken

Die schwierige wirtschaftliche Lage in 2003, die unter anderem durch sinkende private Konsumausgaben in Deutschland geprägt wurde, führte im Villeroy & Boch Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Gesamtumsatz von 948,6 Mio. Euro (Vorjahr 977,5 Mio. Euro) Dieser Rückgang ist etwa zur Hälfte (13,9 Mio. Euro) auf veränderte Währungsparitäten, insbesondere auf den im Vergleich zum US Dollar stark gestiegenen Kurs des Euro, zurückzuführen. Im Inland sank der Umsatz im Vorjahresvergleich um -2,4 % und erreichte 289,3 Mio. Euro.

Auslandsanteil mit rund 70 % auf Vorjahresniveau

Die Umsatzminderung in Deutschland konnte nicht wie in den Vorjahren durch Zuwächse im Ausland kompensiert werden, da auch in einigen Auslandsmärkten Nachfragerückgänge zu verzeichnen waren. So ergab sich in den Niederlanden infolge eines starken Wirtschaftsabschwungs ein Umsatzrückgang von -14 %. In Frankreich, dem wichtigsten Auslandsmarkt von Villeroy & Boch, und in den übrigen westeuropäischen Ländern lagen die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau. In Osteuropa entwickelte sich der Umsatz mit -2,2 % leicht rückläufig. Der Umsatzrückgang von -20,6 % in den USA war währungsbedingt. In Australien, im Nahen Osten und in Asien konnte wiederum ein Umsatzwachstum von insgesamt 3,7 % erreicht werden. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz lag mit 659,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2003 wie im Vorjahr bei rund 70 %.

Auftragsbestand deutlich erhöht

Der Auftragsbestand im Villeroy & Boch Konzern war zum Bilanzstichtag mit 63,2 Mio. Euro um 19,9 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Den größten Zuwachs erzielte der Unternehmensbereich Tischkultur mit 17,2 Mio. Euro aufgrund der großen Nachfrage im Segment Metropolitan.

Sonderaufwendungen belasten operatives Ergebnis (EBIT)

Die Restrukturierungsmaßnahmen begleiten die Umsetzung von Masterplänen in den drei Unternehmensbereichen Tischkultur, Wellness sowie Bad, Küche und Fliesen. Sie mussten vorgenommen werden, um die Unternehmensbereiche an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und die zukünftige Rentabilität zu sichern. Die Aufwendungen für Personalmaßnahmen, Rationalisierungsprojekte im Strukturbereich und Abschreibungen aufgrund der Reorganisation diverser Produktionsstandorte belasten das Ergebnis einmalig mit insgesamt 38,5 Mio. Euro. Somit lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit -17,7 Mio. Euro unter dem Vorjahresergebnis von 27,0 Mio. Euro. Das Jahresergebnis 2003 des Villeroy & Boch Konzerns betrug -25,4 Mio. Euro (Vorjahr + 10,3 Mio. Euro).

Verminderter Dividendenvorschlag

Die Ergebnisbelastung durch die Sonderaufwendungen hat Auswirkung auf die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Dividende. Nach Jahren kontinuierlicher Dividendenzahlungen wird für das Geschäftsjahr 2003 eine Dividende in Höhe von 0,25 Euro für die Stamm-Stückaktie und von 0,30 Euro für die Vorzugs-Stückaktie vorgeschlagen.

Entwicklung in den Unternehmensbereichen

Die Ergebnisentwicklung ohne die Berücksichtigung der Sonderaufwendungen verlief in den Unternehmensbereichen sehr unterschiedlich. Im Unternehmensbereich Bad, Küche und Fliesen entwickelten sich die Geschäftsfelder entgegengesetzt. Das Geschäftsfeld Bad und Küche konnte bei leicht gestiegenem Umsatz das Ergebnis durch Kosteneinsparungen deutlich steigern. Im Geschäftsfeld Fliesen ist das negative Ergebnis durch Margenrückgänge höher ausgefallen als im Vorjahr. Der Unternehmensbereich Tischkultur hat bei einem ausschließlich durch Währungseffekte verminderten Umsatz auf Grund einmaliger Aufwendungen für die umfassenden Umstellungen der Produktionsverfahren sein Ergebnis deutlich verschlechtert. Dies trifft auch für den Unternehmensbereich Wellness zu. Ursächlich für die Verminderung des Ergebnisses waren die Aufwendungen für die Reorganisation der Logistik und die Produktionsoptimierung an den verschiedenen Standorten.

Investitionsvolumen unter Vorjahresniveau

Der Villeroy & Boch Konzern investierte im Geschäftsjahr 2003 insgesamt 59,4 Mio. Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Dies sind 6,7 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. 31,8 % der Gesamtinvestitionsausgaben entfielen auf das Inland. Die Abschreibungen betrugen im Jahr 2003 70,0 Mio. Euro gegenüber 58,7 Mio. Euro in 2002.

Cash Flow gesunken

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit reduzierte sich in 2003 gegenüber dem Vorjahr um 18,8 Mio. Euro auf 52,3 Mio. Euro.

Mitarbeiterzahl leicht zurückgegangen

Der durchschnittliche Personalstand im Villeroy & Boch Konzern verringerte sich um 1,8 % von 11.010 auf 10.812 MitarbeiterInnen. Mit 6.848 waren rund 63 % der MitarbeiterInnen im Ausland beschäftigt.

Ausblick auf das Jahr 2004

Für den Villeroy & Boch Konzern erwarten wir in einem nicht wesentlich verbesserten Marktumfeld einen Umsatz über dem Vorjahresniveau. In Anbetracht des schwierigen deutschen Marktes werden wir vor allem das Wachstum in den Auslandsmärkten weiter forcieren. Sowohl im Umsatz als auch im Ertrag wird Villeroy & Boch künftig von den ergriffenen Maßnahmen in der Fertigung durch sinkende Kosten und eine bessere Marktstellung profitieren. Nach Beendigung der Produktionsumstellung sind in 2004 keine Umstellungs- oder Anlaufkosten mehr zu erwarten, so dass hier eine deutliche Kostenentlastung spürbar werden wird. Insgesamt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2004 ein positives Ergebnis.

Geschäftsentwicklung erstes Quartal 2004

Der Umsatz im ersten Quartal 2004 entwickelte sich mit einem Umsatzwachstum von 5,6 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erfreulich. Die Auftragseingänge überstiegen im ersten Quartal 2004 die Umsätze, so dass der Auftragsbestand Ende März 2004 deutlich über dem Vorjahreswert lag. Deutliche Umsatzerhöhungen waren in den Unternehmensbereichen Tischkultur (+12,0 %) und Wellness (+7,0 %) sowie im Geschäftsfeld Bad und Küche (+5,9 %) zu verzeichnen. Der Umsatz im Geschäftsfeld Fliesen entwickelte sich um 1,7 % rückläufig.

Zusätzliche Infos > "Villeroy & Boch Konzern im Überblick" und "Kennzahlen zu den Unternehmensbereichen" finden Sie unter >> http://www.ottpr.at/pg_prevb23.htm >> .

Der vollständige Geschäftsbericht 2003 steht unter
http://www.villeroy-boch.com/index.php?id=1382&C=DE&L=de als
pdf-Datei zum Download bereit.

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Elke Fischer, Presse
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