Ferrero-Waldner im Ö3-Chat: Möchte Anwältin der Menschlichkeit sein

Hofburg als Kompetenzzentrum und Raum des Dialoges

Wien, 13. April 2004 (ÖVP-PD) Präsidentschaftskandidatin Dr. Benita Ferrero-Waldner war heute, Dienstag, zu Gast bei Hitradio Ö3, wo sie sich im Ö3-Chat den Fragen der interessierten User stellte. Die Palette an Fragen reichte von Amtsverständnis und Wahlkampf über ihre Aktion "Benita hilft" und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zu den Themen Neutralität und Gesellschaftspolitik. Ferrero-Waldner lobte den Chat als modernes Medium, durch das die Möglichkeit zu einem schnellen direkten Kontakt mit der Bevölkerung gegeben sei. Auch kritische Fragen waren ihr nicht unangenehm - "man muss auch Unklarheiten beseitigen", so Ferrero-Waldner. ****

Auf die Frage, warum sie Bundespräsidentin werden wollte, sagte Ferrero-Waldner, sie wolle ihre Erfahrungen, die sie in der freien Wirtschaft, der Diplomatie und als Außenpolitikerin gesammelt habe, für Österreich einsetzen und in den Dienst aller Österreicherinnen und Österreicher stellen. "Ich möchte aber auch die Tore der Hofburg öffnen", so Ferrero-Waldner weiter, "dazu zählen unter anderem Sprechtage in der Hofburg." Sie strich vor allem die Überparteilichkeit des Amtes hervor und betonte, dass in einer Demokratie der Ausgleich zur Regierung durch die Opposition erfolge. "Mir ist wichtig, dass die Hofburg ein Kompetenzzentrum und Raum des Dialoges ist", so Ferrero-Waldner.

In der heutigen Leistungsgesellschaft sei es ihr auch ein Anliegen, für die sozial Schwachen immer Ansprechpartnerin zu sein. Dabei verweist sie auf ihre erfolgreiche Aktion "Benita hilft", mit der sie rasch und unbürokratisch Menschen hilft, die in eine besonders schwierige Situation geraten sind. Das Geld für diese Aktion kommt aus dem Wahlkampfbudget. Ferrero-Waldner verzichtet somit auf mehr Wahlplakate und andere Werbemittel zugunsten sozial schwacher Menschen. Die Aktion "Benita hilft" möchte sie auch in Zukunft in ähnlicher Form weiter führen.

Im Ö3-Chat wurden auch Fragen zur Neutralität und zur NATO gestellt. Ferrero-Waldner betonte, dass sie nicht vorhabe, Österreich in die NATO zu führen. Sie wolle aber nicht verhehlen, dass sie in den letzten Jahren in der Diskussion "Wie können wir ein Mehr an Sicherheit für Österreich erreichen" an die Option einer NATO-Mitgliedschaft gedacht habe, wie sie es auch in ihrem Buch geschrieben habe. "Heute jedoch haben wir eine viel bessere Alternative: es entwickelt sich die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, an der wir teilnehmen", so Ferrero-Waldner. Damit sei der NATO-Beitritt und die Diskussion darüber voll vom Tisch. In der europäischen Verfassung, die voraussichtlich im Juni beschlossen werden wird, werde es eine europäische Beistandspflicht geben, die "voll und ganz mit unserer Neutralität vereinbar sein wird", so Ferrero-Waldner.

Ferrero-Waldner wurde auch auf die Gleichstellung von homosexuellen Paaren angesprochen. Sie betonte, dass sie Verständnis habe, dass rechtliche Maßnahmen verabschiedet werden müssen, wie z.B. in Bereichen wie Mietrecht, Abhalten von Krankenbesuchen etc. Sie stelle sich als tolerante Person auch gegen jegliche Diskriminierung.

Auch zu Ferrero-Waldners Engagement für Frauen gab es Fragen. Ferrero-Waldner verwies darauf, dass es in "ihrem" Außenministerium viele Frauen als Botschafterinnen, Generalkonsulinnen, Leiterinnen der Kulturforen und der Entwicklungszusammenarbeit-Koordinationsbüros sowie Abteilungsleiterinnen gebe. Darüber hinaus hatte Ferrero-Waldner die erste Kabinettchefin. "Heute ist der Anteil der Frauen im höheren und gehobenen Dienst bei 28 Prozent. Als ich persönlich als Diplomatin eintrat, waren es nicht einmal 10 Prozent", so Ferrero-Waldner.

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