KFV: JUNGE LENKER UND ALKOHOL HAUPTVERANTWORTLICH FÜR OSTERUNFÄLLE!

Osterreiseverkehr forderte 13 Tote. KfV fordert höhere Strafen, Vormerksystem und Vortestgeräte

Wien (OTS) - Nicht immer ist Ostern gleichzusetzen mit fröhlicher Eiersuche, Kinderlachen und Geschenke liefernden Hasen. Auf der Straße gestaltet sich das höchste kirchliche Fest wenig fröhlich. Heuer mussten zwischen Karfreitag und Ostermontag 13 Menschen ihr Leben auf der Straße lassen. 10 Tote wurden allein durch jugendliche Lenker verursacht. Ein Großteil der Unfälle geht auf das Konto junge Lenker, Alkohol am Steuer und nicht angepasste Geschwindigkeit.

KfV: Vormerksystem, EU-kompatible Strafen und Vortestgeräte gefordert

Vor allem im Angesicht des besonders tragischen Unfalls in der Obersteiermark, wo ein 19-jähriger - vermutlich alkoholisierter -Lenker in eine Musikkappelle gerast ist und dabei zwei unschuldige Menschen getötet und sieben verletzt wurden, sieht Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), dringenden Handlungsbedarf: "Alkoholunfälle stellen eine Bedrohung im Straßenverkehr dar, die leider oft unterschätzt wird. Wir wissen, dass junge Lenker am Wochenende zwischen 0 und 5 Uhr in der Früh die meisten Alkoholunfälle verursachen. Hier besteht dringender Bedarf nach gezielten Kontrollen, um die hohe Zahl der fatalen Discounfälle zu reduzieren. Wir wünschen uns Maßnahmen gegen Hochrisikolenker - in Form eines Vormerksystems - , höhere Strafen und vor allem den raschen Einsatz von Vortestgeräten, mit der Konsequenz, dass ein schnelleres (Vor-)Testergebnis erzielt und die Amtshandlung verkürzt wird." Das KfV weist darauf hin, dass Österreich in punkto Strafhöhen und Überwachungsdichte bei Alkohol am Steuer im internationalen Vergleich schlecht da steht! Vortestgeräte werden inzwischen erfolgreich in vielen europäischen Ländern eingesetzt.

Alkoholunfälle steigen kontinuierlich an

Dass Alkohol ein gravierendes Problem darstellt, hat ja bereits die erschreckende Tendenz der Unfallbilanz 2003 gezeigt: Im Jahr 2003 gab es insgesamt 2.841 Alkoholunfälle, bei denen 4.020 Personen verletzt und 84 getötet wurden. Die Zahl der Alko-Unfälle steigt bereits seit 1998 kontinuierlich an. Zu Ostern im vergangenen Jahr wurden bei Alkoholunfällen 76 Menschen verletzt - soviel wie noch nie in den letzten fünf Jahren! - und drei getötet. Die Dunkelziffer könnte wesentlich höher liegen, da in Österreich Tote und Bewusstlose nicht auf Alkoholisierung untersucht werden dürfen.

Harmonisierung des Strafenkatalogs

Auch überhöhte Geschwindigkeit war zu Ostern wieder eine der Hauptunfallsursachen. Thann: "Wer rast, spielt mit seinem Leben - und dem seiner Mitmenschen. 37 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle sind auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Wir schlagen eine Harmonisierung des Strafenkatalogs in Österreich vor".

13 Verkehrstote am Osterwochenende, um 2 weniger als im Vorjahr

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen des Osterwochenendes 2004 verloren 9 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 1 Motorrad-Lenker und 3 Fußgänger ihr Leben. 2 Fußgänger (Mitglieder einer Musikgruppe) kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Nach Tagen aufgeschlüsselt, ergibt sich folgendes Bild: Karfreitag (2 Tote), Karsamstag (5 Tote), Ostersonntag (3), Ostermontag (3).

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser 11 tödlichen Verkehrsunfälle zu Ostern mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung (1), Überholen (1), Unachtsamkeit (1), Übermüdung (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. Bei 3 Unfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Von den 13 Verkehrstoten des Osterwochenendes wurden allein 10 von Jugendlichen (18 bis 26 Jahre) verursacht, davon waren 2 jedenfalls alkoholisiert, ein weiterer hatte keine Lenkberechtigung. 5 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. Ein tödlich verletzter Pkw-Lenker war nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 12. April dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 169 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Februar), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 188 Menschen tödlich.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
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