AK Wettbewerbsbericht 2004: Weniger Fusionen in Österreich und der EU im Jahr 2003

Wien (AK) - Die Fusionen und Übernahmen sind in Österreich und der EU im Jahr 2003 zurückgegangen. Das zeigt der aktuelle AK Wettbewerbsbericht. In der EU sind die Fusionen um ein Fünftel auf 222 gesunken, in Österreich um neun Prozent auf 307 Zusammenschlüsse. Experten rechnen 2004 wieder mit einem Anstieg der Fusionen. Die AK warnt aber vor Fusionen, die ohne strategisches Konzept gemacht werden und letztlich mit negativen Auswirkungen für ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen und die gesamte Volkswirtschaft verbunden sind.

Der aktuelle AK Wettbewerbsbericht zeigt bereits seit drei Jahren einen Rückgang der bei der Europäischen Zusammenschlusskontrolle angemeldeten Fusionen. Anmeldepflichtig sind in der EU Zusammenschlüsse mit einem weltweiten gemeinsamen Umsatz der beteiligten Unternehmen von über 5 Mrd Euro. Wurden im absoluten Spitzenjahr 2000 345 Fusionen in der EU angemeldet, so waren es 2003 nur noch 222 Fusionen - um mehr als ein Drittel weniger als 2000 und etwa 20 Prozent weniger als noch 2002.

Auch 2003 hat die Europäische Fusionskontrolle alle Fusionen genehmigt. Allerdings ist trotz rückläufiger Gesamtzahl an Fusionen die Zahl jener Fusionen gestiegen, die von der EU nur unter Auflagen genehmigt wurden - in 17 Fällen oder knapp 8 Prozent der Anmeldungen. Bei den bei der Europäischen Fusionskontrolle zu meldenden Zusammenschlüssen waren auch einige österreichische Unternehmen betroffen. So zB der Erwerb der Kontrolle von General Electric an Jenbacher; der Erwerb der größten österreichischen Brauerei BBAG durch Heineken; der Erwerb von BP Tankstellen in Süddeutschland durch die OMV; die Zusammenlegung der Stromaktivitäten des Verbund und der Energie Allianz.

War in Österreich entgegen dem internationalen Trend in den letzten Jahren kein massiver Rückgang bei den gemeldeten Zusammenschlüssen zu sehen, so gingen im Jahr 2003 nun auch in Österreich die Zusammenschlüsse von 338 im Jahr 2002 auf 307 im Jahr 2003 zurück. Im Vorjahr wurden insgesamt 16 Anträge von der Wettbewerbsbehörde und dem Bundeskartellanwalt zur näheren Prüfung einer Zusammenschlussanmeldung gestellt. Keiner der Zusammenschlüsse wurde letztlich untersagt.

Nach der Entwicklung der ersten Monate des Jahres 2004 prognostizieren allerdings Unternehmensberater, wie Roland Berger, wieder eine Belebung bei den Fusionen und Übernahmen. Studien bestätigen, dass viele Zusammenschlüsse ohne ausreichendes strategische Konzept durchgeführt werden und als Misserfolg enden. Letztlich bezahlen das ArbeitnehmerInnen mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze. Fusionen und Übernahmen machen volkswirtschaftlich nur Sinn, wenn sie zu Wettbewerbsvorteilen und damit zu größerem Wachstum der Unternehmen führen und damit Arbeitsplätze schaffen oder sichern.

SERVICE: Den Wettbewerbsbericht 2004, der auch einen Schwerpunkt zur Liberalisierung des Schienengüterverkehrs enthält, gibt es unter www.arbeiterkammer.at oder per E-Mail: wipol@akwien.at.

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