Bischof Sturm: Karfreitag der Flüchtlinge

In einem Hirtenbrief appelliert der evangelisch-lutherische Bischof an Bürgermeister, Innenminister und Bundesregierung, Verantwortung zu übernehmen

Wien (epdÖ) - "Mehrere hundert Menschen stehen in diesen Tagen auf der Straße, weil Bürgermeister allein gelassen, nicht den Mut finden, Flüchtlinge aufzunehmen, der Innenminister seine Verantwortung verleugnet und die Bundesregierung schweigt." Das schreibt der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm in einem Hirtenbrief, der am 7. März veröffentlicht wurde und am Karfreitag in allen Gottesdiensten verlesen werden soll.

"Wer heute auf das Kreuz schaut, der sollte auch die Leidenden in den Gebieten von Verfolgung, Krieg und Not und vor allem auch die Leidenden mitten unter uns sehen", schreibt Sturm weiter. Am "Karfreitag der Flüchtlinge" seien die Quartiere von Caritas und Diakonie sowie der übrigen Hilfsorganisationen völlig überfüllt, und die Hilfe Suchenden müssten abgewiesen werden.

Der Bischof bittet die Pfarrgemeinden, zu prüfen, was sie zur Überwindung dieses Elends tun können, die Bürgermeister, ihre Ortschaften für die Ärmsten der Armen zu öffnen, und den Innenminister und die Bundesregierung, rasch dafür zu sorgen, dass Österreich seinen Verpflichtungen gegenüber Flüchtlingen und AsylwerberInnen nachkommt. Damit, so Bischof Sturm in seinem Hirtenbrief, "wir zu diesem Osterfest nicht wegschauen müssen von dem Elend, sondern auch in ihnen das Antlitz des ´ecce homo´, ´Siehe, das ist der Mensch´, erkennen können".

Auskünfte und Unterstützung bei der Organisation von Notquartieren:
Diakonie Österreich, Dir. Mag. Chalupka, Tel. 01/409 80 01/11

Der Hirtenbrief im vollen Wortlaut:
http://www.evang.at/dokumente/reden/_img/hirtenbrief_karfreitag_2004.
pdf

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