Bauernbund kritisiert Molkereien wegen angekündigter Milchpreissenkungen

Grillitsch fordert Strategien zur Stabilisierung des Milchpreises

Wien (AIZ) - Völliges Unverständnis über die gestern von Hans Steiner, Chef der Alpenmilch Salzburg und Sprecher der Milchverarbeiter, prognostizierte Preissenkungen bei Milch äußert der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch: "Zu diesem Zeitpunkt Preissenkungen anzudeuten ist kontraproduktiv. Es stimmt zwar, dass die politisch festgesetzten Interventionspreise für Milch abgesenkt werden, diese beeinflussen die Marktpreise jedoch nur indirekt. Anstatt den Markt zu kritisieren, wären Strategien angebracht, die Milchpreise zu halten", kritisiert Grillitsch in einer Aussendung.

"Die österreichischen Milcherzeuger sind derzeit schwer unter Druck: 2003 nahm die tierische Produktion, welche sowohl Nutztiere als auch tierische Erzeugnisse umfasst, wertmäßig um 4% ab, das landwirtschaftliche Einkommen sank durchschnittlich um 5%. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf preisbedingte Verluste bei Milch und Schweinen zurückzuführen. Die anhaltende Tendenz, Milch pro Kilo unter 30 Cent abzunehmen, lässt die Milchbauern unter der Vollkostenschwelle wirtschaften", gibt der Bauernbundpräsident zu bedenken. Damit könnten Investitionen nicht mehr erwirtschaftet werden. Begründet werde dies unter anderem mit der bevorstehenden Erweiterung der EU. "Auf der einen Seite wird mit dem guten Image der heimischen Bäuerinnen und Bauern geworben, auf der anderen Seite werden sie schamlos gegen die Milcherzeugerbetriebe in den neuen Beitrittsländern ausgespielt", so Grillitsch.

Von der Milchwirtschaft leben alleine in Österreich rund 60.000 Betriebe und bäuerliche Familien. "Wir müssen diesen Betrieben das Überleben sichern. Deshalb werden wir den Handel und die Verarbeiter in die Pflicht nehmen und in Österreich flächendeckend und öffentlichkeitswirksam auftreten. Wir werden die Entwicklungen im Handel und bei den Verarbeitern sehr genau im Auge behalten", kündigt der Bauernbundpräsident an.
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