Asyl: Für Industrie ist Offenheit gegenüber Fremden wesentliches Standortkriterium

IV-Bereichsleiter Friesl: Für rasche politische Lösung der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen - Österreich sollte nicht Signal senden, dass ihm Flüchtlinge gleichgültig sind

Wien (OTS) - Wien (PdI) Die Industriellenvereinigung (IV) verweist in Zusammenhang mit dem politischen Tauziehen um die Unterbringung von Flüchtlingen auf das Image des Standorts Österreich.
Dr. Christian Friesl, Bereichsleiter Gesellschaftspolitik in der IV:
"Wie will Österreich als Wirtschaftsstandort attraktiv sein, wenn auf der anderen Seite der Eindruck entsteht, dass wir monatelang zu keiner Lösung bei der Unterbringung von 1.000 Flüchtlingen finden? Es ist inhuman und ärgerlich zugleich, dass wir es trotz konstruktiver Vorschläge nicht schaffen, dieses Problematik zu lösen. Wie die Bemühungen der Hilfsorganisationen insbesondere des Roten Kreuzes um leer stehende Kasernen gezeigt haben, gibt es genügend Unterkünfte für einige hundert Asylwerber, die derzeit obdachlos sind. Wir signalisieren potenziellen wirtschaftlichen Partnern, dass wir ein Land sind, denen Fremde gleichgültig sind."

Die Industriellenvereinigung fordert daher eine rasche politische Lösung dieses Problems: "Nach unseren Informationen kann der Bedarf an Unterkünften für Flüchtlinge mit dem bestehenden Angebot an Quartieren leicht abgedeckt werden. Es muss den politischen Entscheidungsträger in Bund Ländern und Gemeinden doch möglich sein, gemeinsam mit den Hilfsorganisationen das Heft wieder in die Hand zu nehmen und den Prozess erfolgreich abzuschließen." so Friesl. Vor kurzem sei ein 6 Punkte-Programm zwischen öffentlicher Hand und Hilfsorganisationen vereinbart worden, das die Standards der Unterbringung festlegt und Voraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben von In- und Ausländern schafft. Das gelte es nun endlich umzusetzen. Mit diesem Schritt würde nicht nur ein sozialer Akt gesetzt, sondern auch eine zukunftsorientierte wirtschaftliche Verpflichtung wahrgenommen.

Der Industriellenvereinigung geht es neben der menschlichen Problematik vor allem um die Zukunft des Standorts und der Beschäftigung. Da Qualifikationsbedarf trotz aller Prognosen immer wieder auch kurzfristig auftritt bzw. aufgrund der demografischen Entwicklung sicher nicht allein mit den im Inland befindlichen Arbeitskräften abgedeckt werden kann, setzt sich die Industriellenvereinigung für eine soziale und aktive Migrations- und Ausländerpolitik Österreichs ein. Das schließt auch den Umgang mit Asylwerbern ein.

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