AKNÖ warnt vor neuem Schneeballsystem mit Pensionsvorsorge

Um 200 Euro pro Monat zur Pensionsvorsorge und zum Gratisauto

Wien (AKNÖ) - Die Methoden unseriöser Geschäftemacher werden immer dreister. Jüngstes Beispiel: Ein Wiener versucht, per Schneeballsystem Pensionsversicherungen unter die Leute zu bringen. Das verlockende Angebot, wer genug Leute bringt, erhält zur hohen Prämie noch ein Gratisauto. Die NÖ Arbeiterkammer warnt: "Solche Systeme sind von vornherein zum Scheitern verurteilt."

"Auto für Sie! Für 200 Euro erhalten Sie bei uns eine Vorsorgeansparung und einen Neuwagen als Dankeschön für 5 weitere Kundenempfehlungen". Dieses verlockende Angebot fand Markus K. im Bazar. Als vorsichtiger Zeitgenosse wandte sich der junge Niederösterreicher an die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer. Die beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Rasch war ein Termin in einer Wiener Wohnung vereinbart. Dort wurde den Besuchern ein unglaubliches System offeriert. Wer eine Pensionsversicherung um eine Jahresprämie von 2.400 Euro abschließt und 5 weitere Leute ins System bringt, erhält monatlich einen Warengutschein im Wert von 900 Euro und 264 Euro in bar. "Ein solches System ist von vornherein zum Scheitern verurteilt", meint Martin Hofecker, Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer und Begleiter von Markus K. "Nachdem es nicht gelingen kann, immer wieder die hohe Zahl an Neueinsteigern zu finden, ist der Zusammenbruch des Systems und damit das Ausbleiben der versprochenen Prämienauszahlungen nur eine Frage der Zeit."

Auf die wiederholte Frage, ob diese Sache auch rechtens sei und das System funktionieren könne, erhielten die verblüfften Gäste die Antwort, "Ja natürlich. Die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer haben das System geprüft."

Das weist Martin Hofecker auf das Schärfste zurück. Doch dieser Hinweis sollte nicht die einzige Unwahrheit des Keilers bleiben. Auf die Frage, mit welcher Versicherung zusammengearbeitet werde und wie sicher die Sache sei, erhielten die Konsumenten den überzeugenden Hinweis. "Dahinter steht die Generali. Die gehört dem Papst in Rom. Das Geld ist damit sicher für die Ewigkeit."

Recherchen bei der Generaligruppe ergaben das nicht unerwartete Ergebnis: Bei der Generali distanziert man sich klar von den unseriösen Geschäftsmethoden des umtriebigen Versicherungskeilers. Man werde der Sache sofort auf den Grund gehen.

Die Arbeiterkammer hat den Sachverhalt an die Staatsanwaltschaft Wien weitergeleitet. Dort wird auch der Verdacht auf ein verbotenes Pyramidenspiel zu klären sein.

AKNÖ-Präsident Josef Staudinger warnt grundsätzlich vor Inseraten, in denen mit utopischen Verdienstmöglichkeiten geworben wird. "In vielen Fällen stellt sich heraus, dass letztlich der Konsument keinen finanziellen Vorteil hat, sondern, ganz im Gegenteil, auf einem Schuldenberg sitzen bleibt, weil er langjährige finanzielle Verpflichtungen nicht einhalten kann."

Rückfragen: NÖ Arbeiterkammer, Konsumentenberatung, Martin Hofecker, 01/58883-1311.
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