WKÖ: Qualitätssicherung in der Bildung ist Gebot der Stunde

Hochhauser: ibw-Studie zeigt große Bedeutung der Vorbildung bei der Lehrlingsbeschäftigung - Einführung überprüfbarer Leistungsstandards ist wichtiger Teil der Schulreform

Wien (PWK240) - "Die Sicherung von Qualifikation und Kompetenz ist einer der wichtigsten Schlüssel für Österreichs Zukunft und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dies zeigt sich auch deutlich am Lehrstellenmarkt", betont die stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, Anna-Maria Hochhauser, anlässlich der heute veröffentlichten Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) zu den "Eingangsqualifikationen von Lehranfängern". Die Studie ergibt, dass hohe Qualifikationsanforderungen an Lehranfänger gestellt, diese aber derzeit nur teilweise erfüllt werden. "Es darf nicht sein, dass jeder zweite Betrieb Schwierigkeiten hat, geeignete Lehrlinge zu finden, vor allem aufgrund von Defiziten im schriftlichen und mündlichen Ausdruck der Lehrstellenbewerber sowie im Rechnen. Das ist weder für die Unternehmen noch für die jungen Menschen auf Dauer tragbar", so Hochhauser.

Hochhauser spricht daher von Qualitätssicherung in der Bildung als ein Gebot der Stunde. Mit der Studie der Zukunftskommission sowie des damit begonnen Prozesses "klasse:zukunft" wurde vom Bildungsministerium ein solides Fundament für Diskussionen um eine notwendige Reform im Schulbereich geschaffen, die Qualifikation und Kompetenz im Bildungsbereich verbessern und sicherstellen kann. "Das Herzstück einer umfassenden Schulreform liegt sicherlich in der Einführung nationaler und zentral überprüfbarer Leistungsstandards nach Pflicht- und Mittelschule", stellt Hochhauser klar. Im Hinblick auf die schwierige Arbeitsmarkt- und die sich noch verschärfende Lehrlingssituation werde es immer wichtiger, die Jugendlichen optimal auf das Arbeitsleben vorzubereiten.

Damit jeder Jugendliche, der eine Ausbildung machen will, auch ein Angebot für eine entsprechende Ausbildung erhält, fährt die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Regierungsbeauftragten für Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung, Egon Blum, eine Lehrstellenoffensive. In dem von Präsident Leitl und Blum präsentierten 12-Punkte-Programm ist insbesondere der Einsatz von Lehrstellenberatern zur Mobilisierung zusätzlicher Lehrstellen in allen Bundesländern geplant. Ebenso solle die Förderung der Mobilität von Lehrlingen erhöht, das Lehrgangsauffangnetz ausgeweitet und überbetriebliche Lehrstätten vor allem in jenen Gebieten, wo zu wenig ausgebildet werden kann, genutzt werden, fasst Hochhauser die Eckpunkte der gemeinsamen Lehrstelleninitiative zusammen. Mit 1. März 2004 wurde eine gemeinsame Lehrstellenbörse von WKÖ und AMS eingerichtet, die allen Unternehmen und allen Lehrstellensuchenden eine umfassende elektronische Plattform zum Lehrlingsmarkt bietet. Neben der seit Herbst 2003 eingeführten Integrativen Berufsausbildung für lernschwächere und behinderte Jugendliche soll mit sogenannten "Praktikerberufen" mit einem geringem Theorieanteil praktisch begabten Jugendlichen, die sich mit schulischen Anforderungen schwer tun, ebenfalls eine optimale Ausbildung geboten werden können. Nicht zuletzt muss die Berufsinformation verstärkt und verbessert werden. (Ne)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Markus Nepf
Tel.: (++43-1) 0590 900-4599
Fax: (++43-1) 0590 900-263
presse@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002