WHO FORDERT AM INTERNATIONALEN WELTGESUNDHEITSTAG MEHR VERKEHRSSICHERHEIT!

Mangelnde Verkehrssicherheit wird europaweit zum Gesundheitsproblem. Allein 40.000 Verkehrstote jährlich in der EU!

Wien (OTS) - Jährlich verzeichnen wir mehr als 127.000
Verkehrstote in den 52 Ländern der europäischen Region - 2,4 Millionen werden verletzt. Alleine 40.000 Menschen sterben in den EU-Ländern (EU 15). Am heutigen Weltgesundheitstag hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb ein besonderes Anliegen:
Die Zahl der getöteten und verletzten Menschen im Straßenverkehr soll weltweit reduziert werden.

Der Weltgesundheitstag 2004 zielt darauf ab, das öffentliche Bewusstsein zu heben und den Einsatz der Politik einzufordern. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz wird der WHO-Verkehrssicherheitsbericht präsentiert, der eine Reihe von Vorschlägen für die Verminderung des Leids auf europäischen Straßen enthält. Eine besondere Rolle wird dabei dem Gesundheitssektor zukommen, weil sich sonst der Straßenverkehr vom 9. Rang der Weltgesundheitsprobleme (Stand 1998) bis zum Jahr 2020 auf den katastrophalen dritten Platz vorarbeiten wird!

Österreichische Ziele

Die Österreichische Bundesregierung hat sich mit dem Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm 2002-2010 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:
Die Halbierung der Getötetenzahlen im Straßenverkehr bis zum Jahr 2010, was einer Senkung unter 500 pro Jahr gleichkommt. Dieses Programm, das soeben aktualisiert wurde, ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie auf Basis einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Analyse des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Einige Maßnahmen konnten in den vergangenen beiden Jahren bereits umgesetzt werden - andere sind dazugekommen.

Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms wieder verfehlt

931 Tote gab es im Jahr 2003 auf Österreichs Straßen, das ist zwar der geringste Wert seit Bestehen der Unfallstatistik, Grund zum Jubeln gibt es aber nicht, zumal die Zielvorgabe für 2003 um 100 Tote verfehlt wurde. "Der Trend zu steigenden Unfällen und Verletzten ist nach wie vor ungebrochen und das Ziel, 20 Prozent weniger Unfälle mit Personenschaden bis 2010, rückt in weite Ferne", betont KfV-Direktor Dr. Othmar Thann. "Im Jahr 2003 starben 931 Menschen auf Österreichs Straßen. Das sind 931 Einzelschicksale mit trauernden Hinterbliebenen und somit 931 Gründe mehr für die konsequente Umsetzung von Maßnahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr!"

Höhere Anschnallquote: 95 gerettete Menschenleben pro Jahr

Im internationalen Vergleich liegt Österreich in punkto Anschnallen auf niedrigem Niveau. Während die Gurtquote in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Schweden bei rund 90 Prozent liegt, fristet diese hierzulande mit rund 75 Prozent ein mageres Dasein. Jeder vierte Insasse auf Vordersitzen fährt somit nicht angegurtet:
In Österreich schnallen sich im Ortsgebiet 73 Prozent, im Freiland 76,3 Prozent und auf Autobahnen nur 81,6 Prozent an. 50 Prozent der getöteten Pkw-Lenker waren ohne Gurt unterwegs. "Mit der Maßnahme 'Alles Anschnallen‘ könnten jedes Jahr 95 Menschenleben gerettet werden. Die Gurtverwendung würde nicht nur auf internationales Niveau ansteigen, man würde sich auch dem Ziel des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms deutlich annähern", so Thann.

Die Neuerungen im Update des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms enthalten u.a.:

-) Verkehrssicherheitsüberprüfungen bei der Straßenplanung und im Betrieb: Road Safety Audit und Road Safety Inspection
-) Punkte-Führerschein
-) Alkoholvortestgeräte
-) Maßnahmen gegen falsche Verwendung von Kindersitzen
-) Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit im Ortsgebiet
-) Demoprogramm für neue Maßnahmen im Freiland
-) Lkw-Kontrollmaßnahmen
-) Einrichtung einer unabhängigen Unfalluntersuchungsstelle

Österreich nahm in punkto Verkehrssicherheit für viele Jahre eine wenig erfreuliche Rolle innerhalb der Europäischen Union ein. Mit der Umsetzung der Maßnahmen des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms besteht nun die Chance international aufzuholen.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0002