VP-Strobl: SPÖ-Bildungskonzept wäre Reform auf dem Rücken der Lehrer

Mit Ganztagesverpflichtung will SPÖ Landeslehrer ersetzen

Wien (VP-Klub): "Vieles ist unklar und sehr allgemein gehalten", betonte ÖVP-Wien Bildungssprecher LAbg. Walter Strobl angesichts des gestern bekannt gewordenen SPÖ-Bildungskonzepts. "Dort, wo es konkrete Reformvorschläge gibt, geht es faktisch immer zu Lasten der Lehrer."

Die letzte Lehrerarbeitsstudie habe deutlich belegt, dass Lehrer in der Woche durchschnittlich 50 Stunden für die Schule arbeiten. Das LDG-neu - Lehrerdienstrechtsgesetz - belege seit drei Jahren, dass Pflichtschullehrer einen mit allen anderen Arbeitsnehmern in Österreich stundenmäßig vergleichbaren Arbeitsaufwand haben und diesen ebenso wie diese nachweisen müssten. "Wir werden den Lehrern sagen, was die SPÖ unter weiteren Einsparungen versteht: Lehrer sollen grundsätzlich ganztags an der Schule sein, sei es für ganztägigen Unterricht, Nachmittags-Sprechstunden oder für Unterstützungsgruppen. In Wien zeigt die SPÖ bereits deutlich, was sie sich auf Kosten der Lehrer im kommunalen Bereich zu ersparen gedenkt - rund 100 vom Bund bezahlte Lehrer sind derzeit in der ganztägigen Betreuung tätig, obwohl dies eindeutig eine Aufgabe der Gemeinde Wien ist. Darüber hinaus sind hunderte weitere Lehrer in Sonderverwendungen tätig, die eigentlich Aufgabe der Sozialverwaltung des Bundeslandes ist", kritisiert Strobl.

Schulentwicklungsplan fehlt nach wie vor

All diese Lehrer würden derzeit in den mit 26, 27 und mehr Kindern überfüllten Klassen fehlen. Die SPÖ könnte an Wien zeigen, wie sie es besser machen wolle. Nichts davon sei aber bemerkbar. Strobl urgiert in diesem Zusammenhang eine von der ÖVP geforderten Schulentwicklungsplan für Wien. "Schüler, Eltern und Lehrer erfahren aus den Zeitungen, wenn plötzlich eine Schule geschlossen oder zusammengelegt werden soll. 28 Kinder sind oft auf engstem Raum zusammengepfercht. Im Tierschutz gibt es mittlerweile für Hühnerhaltung eine genau definierte Quadratmeterfläche. Für Wiener Schüler gibt es das nicht", merkt Strobl an.

Ebenso heftig kritisiert Strobl, dass Lehrer in ihren Schulen nur in den seltensten Fällen über einen eigenen Arbeitsplatz mit Ablagemöglichkeit verfügen. "An Wiener Schulen müssen sich bis zu drei Lehrer einen einzigen Sessel teilen. Und wenn der Schulwart ungefähr eine Stunde nach Unterrichtsschluss die Schule zusperrt, müssen sie auch diesen räumen." Meist sei es gar nicht möglich, länger in der Schule bleiben, um dort Vorbereitungen für den nächsten Tag vorzunehmen, Hefte zu verbessern oder Teamgespräche zu führen. Strobl weiter: "In jeder Wiener Privatschule ist es selbstverständlich, dass Lehrer auch einen Haustorschlüssel haben. Wien ist anders."

SPÖ-Bildungskonzept ist krampfhafter Profilierungsversuch

Der Rest der SPÖ-Schulreform sei alter Wein in neuen Schläuchen. Der regionale Bildungsmanager sei im Pflichtschulbereich schon jetzt gegeben. Dienststellenleiter ist der Bezirksschulinspektor. Diesem unterstehen in seinem Bezirk alle Direktoren als "regionale Bildungsmanager". Auch werden Direktoren schon jetzt vorerst nur auf 5 Jahre bestellt und müssen dann in ihrer Tätigkeit bestätigt werden.

Die restliche Reform der Schulverwaltung wurde von der ÖVP-Wien schon mehrmals eingefordert, habe aber immer zu beleidigten Reaktionen der SPÖ-Stadtschulratspräsidentin geführt. Der Vorschlag, dass die politische Verantwortung im Stadtschulrat durch den Landtag kontrolliert werden solle, wäre sofort umsetzbar. Dazu sei - nach dem Vorbild Vorarlbergs - die Präsidentenfunktion in Wien aufzulösen und einem amtsführenden Stadtrat zuzuordnen. Ebenso denkbar wäre im Zuge der kommenden Wiener SPÖ-Regierungsumbildung die Aufnahme der Stadtschulratspräsidentin in die Stadtregierung denkbar. Beides wäre uns recht, meint Strobl, aber all das habe die SPÖ in Wien bisher kategorisch abgelehnt. Die Schlussfolgerung für den ÖVP-Wien Bildungssprecher: "Die SPÖ startet krampfhaft einen schwachen und letztlich untauglichen weiteren Versuch, in Bildungsfragen irgendwo mitplaudern. Außer einer neuen Belastungswelle für Lehrer ist dabei allerdings nichts herausgekommen".

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