"Neues Volksblatt" Kommentar: "Stadt-Linie" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 7. April 2004

Linz (OTS) - =

Ob die SPÖ in Folge des Österreich-Konvents Schulen
mit weniger als 300 Kindern zusperren oder nur auf Führungs- und Verwaltungsebene regional zu übergreifenden Einheiten zusammenlegen will, bleibt realpolitisch unerheblich. Weder das eine noch das andere wird unter der jetzigen Regierung umgesetzt werden. Gleiches gilt für die immer wiederkehrenden Versuche der SPÖ zur Einführung der Ganztagsschule - in der Form einmal milder, dann wieder schärfer. Relevanter bleibt die Beobachtung der weiter bestehenden Defizite in der SPÖ-Kommunikation, bei der nun auch die Präsentation des schulpolitischen Pro-gramms "vergurkt" wurde. Politisch bemerkenswert, auch als Ausdruck einer spürbaren Wien-Dominanz in der Sozialdemokratie, bleibt dabei aber der grundsätzliche, stark städtisch ausgerichtete Ansatz - und die daraus folgende Hintanstellung des ländlichen Raums. Vom Ätzen der Wiener Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl über "halbtägige Dorfschulen", die eine "Entprovinzialisierung" des Systems nötig machten, zur Abwertung von Schulen, die nicht eine bestimmte Mindestgröße erreichen, führt eine direkte Linie.

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