Unternehmensberater lehnen staatliche Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsprüfer ab

Freiwillige Verhaltensregeln und qualifizierte Selbstkontrolle effektiver und kostengünstiger - Bock: "Verbindliche Rahmenbedingungen allerdings unabdingbar"

Wien (PWK 237) - " Der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt die vom Präsidenten der Wirtschaftstreuhänderkammer Alfred Brogyányi geäußerte Ablehnung einer staatlichen Aufsichtsbehörde zur Prüfung der Bilanzprüfer", erklärt Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie, kurz UBIT, der Interessenvertretung der heimischen Beratungs- und IT-Branche: "Eine solche neue Behörde wäre zu schwerfällig, zu teuer und bei der Besetzung von Führungspositionen dem tagespolitischen Einfluss ausgesetzt." Sie würde die durch diverse Kapitalmarktskandale wie Worldcom, Enron, Parmalat oder Estag verursachten Missstände und Probleme weder verhindern noch bereinigen können. "Qualifizierte Selbstkontrolle ist in jedem Fall vorzuziehen. Allerdings müssten dafür bestimmte Voraussetzungen verbindlich vereinbart werden", stellt Bock klar.

Als derartige Voraussetzungen nennt Gerd Prechtl, Sprecher der österreichischen Unternehmensberater, unter anderem:

* die strikte Trennung von Beratung und Prüfung

* die sofortige Einführung der verpflichtenden externen Rotation

* Regelungen, die eine praktische Umgehung dieser Bestimmungen vermeiden

* die Schaffung eines (ehrenamtlichen) Beirates (paritätisch besetzt aus Wirtschaftsprüfern, Vertretern der geprüften Unternehmen und unabhängigen Fachleuten), der Regeln und Ergebnisse der "Prüfung der Prüfer" zu behandeln hätte.

* die weitestgehende Akzeptanz freiwilliger Verhaltensregeln, die über den Anwendungsbereich der Corporate Governance hinausgehen, z.B. im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft proEthik, die unter dem Vorsitz von Ludwig Adamovich, dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, selbstverständlich auch allen Freien Berufen, die nicht in der WKÖ organisiert sind, als Instanz zur Wahrung der notwendigen Objektivität und als Schlichtungsstelle zur Verfügung steht.

"Jedenfalls schlägt der Fachverband UBIT die gemeinsame Erarbeitung von Regeln für beratende Berufe vor, die dann von allen Beteiligten verbindlich anzuwenden sind", so Bock abschließend. (JR)

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