Fristenregelung: SPÖ-Frauen fordern in Offenem Brief Klarstellung von Frauenministerin Rauch-Kallat

Wien (SK) Nachdem der Cartelleverband (CV) im
Österreich-Konvent die Verankerung eines umfassenden Verbots des Schwangerschaftsabbruchs gefordert hat, verlangen die SPÖ-Frauen in einem offenen Brief eine Stellungnahme der ÖVP-Frauenministerin. Rauch-Kallat ist Mitglied der CV-Teilorganisation Norica Nova. ****

Anbei der Offene Brief im Wortlaut:

Liebe Frau Ministerin!

Schlagen in Ihrer Brust zwei Herzen - eines als Frauenministerin für die Frauen und eines als Mitglied beim konservativen CV? So etwas könnte zu Gleichgewichtsproblemen führen, unter anderem in der Abtreibungsfrage. Ihre CV-Verbindung "Norica Nova" ist ja, konform mit ihrem Dachverband, absolut dagegen.

Wie halten Sie es da als Frauenministerin damit? Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ist eine der wichtigsten feministischen Errungenschaften und gesetzlich verankert. Frau Ministerin, Sie werden Farbe bekennen müssen und erklären, ob Sie zur Fristenregelung und zur derzeitigen Gesetzeslage stehen. Im Sinne der Frauen werden Sie sich von der frauenverachtenden Forderung ihrer radikal-antifeministischen und sexistischen Bruderschaft, nach Verankerung eines Verbotes des Schwangerschaftsabbruches in der Verfassung eindeutig distanzieren müssen.

Aber als Frauenministerin fehlte Ihnen auch bisher jegliche Stimme. Kein Aufschrei Ihrerseits gegen die die Frauen benachteiligende Pensionsreform, gegen Kürzung des Familienzuschlages bei der Arbeitslosenversicherung oder gegen die Steuerreform, die berufstätige Mütter eindeutig benachteiligt. Ganz im Gegenteil, Sie haben diese Maßnahmen unwidersprochen mitgetragen, ja sogar verteidigt.

Frau Minsterin, werden Sie es auch in dieser Frage so halten und sich von einem Männerbund mit Frauenaufputz - "Norica Nova" ist nichts anderes - sagen lassen, was Frauen zu tun haben? Bekennen Sie Farbe! Sind Sie dafür, dass die Fristenlösung abgeschafft werden soll?

Wir SPÖ-Frauen sind nicht nur für die Beibehaltung der bisherigen Gesetzeslage, sondern für den Ausbau, der es allen Frauen in allen Bundesländern ermöglicht, ungehindert ihre Entscheidung zu treffen. Deshalb hat Schwangerschaftsabbruch auch nichts im Strafgesetzbuch verloren - Frauen müssen auch juristisch das Recht haben, frei über ihren Körper zu entscheiden. Dass eine Kriminalisierung weniger Schwangerschaftsabbrüche zur Folge hat, ist nicht anzunehmen - es würden aber mehr Frauen an den Folgen illegaler Abtreibungen leiden oder sterben.

Ist es das, was Sie wollen Frau Minsterin?

SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer
(Schluss) up

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