Arzneimittel und Straßenverkehr

Apothekerkammer zum Weltgesundheitstag morgen, Mittwoch 7.4.2004: Nicht nur zuviel, auch zu wenig kann gefährlich sein

Wien (OTS) - Der morgige Weltgesundheitstag wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zur Erinnerung an den Gründungstag der Organisation, den 7. April 1948, veranstaltet. Die WHO nützt diesen Tag um die Öffentlichkeit für Gesundheitsbotschaften zu gewinnen. Der Weltgesundheitstag 2004 steht unter dem internationalen Motto der WHO: "Road Safety is no accident" Das deutsche Motto lautet: "Sicher fahren - gesund ankommen".

Initiative "Arzneimittel im Straßenverkehr"

Am Weltgesundheitstag 2004 erinnert die Österreichische Apothekerkammer an die Initiative "Arzneimittel im Straßenverkehr". Der sorgfältige Umgang mit Arzneimittel stellt einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit dar. Österreichs Apothekerinnen und Apotheker sind bestens ausgebildete Arzneimittel-Experten und bieten fachkundige Beratung zur richtigen Anwendung und Wirkweise von Medikamenten.

Arzneimittel: Richtige Einnahme ist wichtig!

Durch unsachgemäße Einnahme von Arzneimitteln kann die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt, die Sinneswahrnehmung verändert, die Koordinationsfähigkeit verringert oder sogar das Sehvermögen beeinträchtigt werden. Die Gefahr wird aber oft unterschätzt. Informationen auf Beipackzetteln bieten nur einen ersten Hinweis. Ein Gespräch mit dem Arzt oder Ihrem Apotheker bringt mehr Sicherheit.

Beim Thema Arzneimittel und Straßenverkehr wird oft vergessen, dass das plötzliche Absetzen von Medikamenten genauso riskant sein kann wie die falsche oder unsachgemäße Einnahme. "Es ist ein gefährlicher Irrtum zu glauben, ohne benötigte Medikamente "verkehrstüchtiger" zu sein. Wenn ein Diabetiker beispielsweise seine Tabletten falsch oder plötzlich gar nicht einnimmt, oder wenn zum Beispiel Bluthochdruck nicht ausreichend behandelt wird, kann es beim Autofahren zu gefährlichen Situationen kommen", erklärt Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer. "Daher unsere Bitte an alle Autofahrer: Setzen Sie Ihre notwendige Medikamente nie selbständig und ohne Rückfrage abrupt ab!"

Arzneimittel wirken sehr unterschiedlich. Es gibt große individuelle Unterschiede bei Wirkung, Abbaurate und Nebenwirkungen von Arzneistoffen. Es spielen auch Alter, Geschlecht, Körperbau und Gewicht eine Rolle. Wichtig ist, dass die Präparate wie verordnet eingenommen werden. Falsche Dosierungen können sich mitunter negativ auswirken. Manche Arzneistoffe könne sich gegenseitig beeinflussen.

Aus diesen Gründen ist es schwierig, für einzelne Medikamente eine allgemein gültige Skala für das Ausmaß der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit aufzustellen. Bei einigen Gruppen von Arzneimitteln ist aber in jedem Fall erhöhte Vorsicht geboten. Das gilt vor allem dann, wenn sich die einzunehmende Dosis geändert hat. Der Körper braucht einige Tage, um sich darauf einzustellen. Das gilt zum Beispiel für Mittel gegen Bluthochdruck, es gilt aber auch für Arzneimittel gegen Diabetes - bei ungewohnter, vermehrter körperlicher Betätigung kann die Gefahr einer Unterzuckerung auftreten.

Größte Gefahr bei Psychopharmaka und Schlafmitteln

Das größte Risiko bergen wohl einige Psychopharmaka und bestimmte Schlafmittel. Dazu Körner: "Reste von Schlafmitteln können auch am darauffolgenden Morgen noch im Blut zirkulieren. Eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit kann weiters von starken Schmerzmitteln, starken muskelentspannenden Mitteln aber auch von Augenpräparaten - bei manchen Tropfen bleibt ein Film am Auge -herrühren. In vielen Fällen gibt es mittlerweile Alternativen. So machen zum Beispiel moderne Antihistaminika, wie sie gerade jetzt im Frühjahr häufig bei Allergien bzw. Heuschnupfen eingesetzt werden, kaum mehr müde".

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