Arbeitsmarkt Ende März 2004: Arbeitslosigkeit stieg im Jahresvergleich um 5,5%, Wiedereinstiegszusagen um 35% gestiege

Wien (OTS/BMWA) - Die Zahl an vorgemerkten arbeitslosen Personen
lag Ende März 2004 mit 267.195 um +13.932 (+5,5%) über dem Wert vom März 2003. Dies ist unter anderem auf die Entwicklung in den Saisonbranchen, zum Teil jedoch auch auf technisch administrative Ursachen im AMS zurückzuführen. Bemerkenswert ist aber, dass von den 267.000 vorgemerkten Arbeitslosen 62.000, also fast ein Viertel, eine Wiedereinstellungszusage haben. Das sind um über 35% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Bei den Frauen war der absolute Anstieg etwas höher als bei den Männern. So hat die Frauenarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um +6.664 (+6,8%) auf 104.951 zugenommen, bei den Männern ist ein Zuwachs von +7.268 (+4,7%) auf 162.244 zu verzeichnen. In zwei Bundesländer gab es bei der Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Personen keine Zuwächse mehr: In Kärnten entsprach die Arbeitslosigkeit dem Vorjahresniveau, in der Steiermark war sie - wie schon in den Vormonaten - rückläufig. ****

Im Zuge der Homogenisierung des EDV-Systems des Arbeitsmarktservice kam es zudem im März 2004 zu nicht unerheblichen technischen Schwierigkeiten. Dieser Umstand hat neben bereits behobenen Fehlern bei einigen Datensätzen auch zu einer verminderten Geschwindigkeit bei der Vermittlung von arbeitslosen Personen zu den gemeldeten offenen Stellen geführt. Das Aufarbeiten dieser Probleme ist zwar weitgehend abgeschlossen, die Auswirkungen finden sich allerdings noch in der Arbeitsmarktstatistik des vergangenen Monats.

Bei den unselbstständig Beschäftigten war bundesweit Ende März 2004 ein Anstieg der Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr um 587 (0,02%) auf 3.149.094 Personen zu verzeichnen. Gegenüber Ende Februar 2004 stieg die Zahl der Beschäftigten um 26.720 (0,86%) Personen. Seit den 70er Jahren wurden Schulungsteilnehmer/innen des AMS mit einer Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes in der Beschäftigungsstatistik erfasst, weil sie der vollen Versicherungspflicht unterlagen (Arbeitslosen-, Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung). Durch den Wegfall der Arbeitslosenversicherungspflicht mit Beginn des Jahres 2004 wird diese Personengruppe in der Hauptverbandsstatistik nun nicht mehr als beschäftigt gezählt, woraus ein statistischer Rückgang der Beschäftigung um bis zu 13.000 resultiert. Dieser Rückgang hat jedoch keinen Einfluss auf das tatsächliche, arbeitsplatzbezogene Beschäftigungsniveau. Auf Grundlage des korrigierten Wertes ergibt sich damit für März 2004 ein Beschäftigungsanstieg um rund +13.600 (+0,4%).

Im internationalen Vergleich weist EUROSTAT für den Februar 2004 (letzt verfügbarer Wert) für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,4% aus. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,0% (Februar 2004). Lediglich Luxemburg mit 4,0% (Februar 2004) weist eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Ende März im Detail:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im März 2004 100 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer ist somit um drei Tage länger als im März 2003.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende März 2004 haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit +13.140 (+29,0%) auf 58.419 zugenommen. Diese Entwicklung ist unter anderem durch die länger als 1 Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen (+6.181 auf 22.750) bedingt.

Entwicklung in den Bundesländern Ende März war die Arbeitslosigkeit in der Steiermark (-0,6%; -235) rückläufig, in Kärnten stagnierte sie (-0,0%; -2). Im Burgenland (+2,5%; +228), Oberösterreich (+4,0%; +1.103) und Tirol (+4,8%; +729) stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr unterdurchschnittlich. Während in Niederösterreich (+6,5%; +2.733) der Trend nur etwas über der bundesweiten Entwicklung lag, verzeichneten Vorarlberg (+9,3%; +733), Wien (+9,3%; +7.561) und Salzburg (9,6%; +1.082) überdurchschnittliche Zuwächse.

Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 19 um 2,5% Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit (+2,5% bzw. +967) ist ausschließlich auf die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen zurückzuführen. Während Ende März bei den bis 19-jährigen Jugendlichen die Arbeitslosigkeit um -243 (-2,5%) auf 9.370 abgenommen hat, ist bei den 20- bis 24-Jährigen ein Anstieg von +1.210 (+4,1%) auf 30.893 zu konstatieren. Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,2% (Feb. 2004) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote (19 bis 24 Jahre) gefolgt von den Niederlanden (7,9%; Jän. 2004), Irland (8,2%; März 2004) und Deutschland (9,8%; Feb. 2004) aus. Die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt beträgt mit 15,5% (Feb. 2004) mehr als das Doppelte des österreichischen Wertes.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende März mit 4.168 um +189 (+4,7%) über dem Wert des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben im Vorjahresvergleich um -450 (-15,7%) auf 2.409 abgenommen. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit stehen im heurigen Jahr 6.300 JASG-Lehrgangsplätze für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung.

Abnahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen hat sich mit einer Abnahme von -5,3% (-2.854 auf 51.277) weiterhin günstig entwickelt. Wie in den Vormonaten ist dabei die Arbeitslosigkeit sowohl in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (-1.884 oder -6,9%) als auch bei den 55- bis 59-Jährigen (-1.639 oder -7,4%) rückläufig. Hingegen ist bei den über 59-Jährigen ein Zuwachs von +669 (+14,8%) zu konstatieren.

Entwicklung nach Branchen Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist über die verschiedenen Wirtschaftsbereiche breit gestreut, der Großteil konzentriert sich jedoch vor allem auf den Dienstleistungssektor. So war im Sachgüterbereich die Zahl der vorgemerkten Personen mit +0,4% (+166) gegenüber dem Vorjahreswert kaum mehr ansteigend. Das Bauwesen verzeichnete allerdings - nicht zuletzt auf Grund der relativ ungünstigen Witterungsverhältnisse im vergangenen Monat - einen Anstieg um +1.904 (+3,6%). Überdurchschnittlich stark stieg Ende März jedoch mit +3.325 (+10,6%) die Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr. Durch die gute Buchungslage in den Wintermonaten und die damit verbundene Beschäftigungszunahme hat das nun in den tieferen Lagen bereits erfolgte Saisonende auch eine höhere Saisonarbeitslosigkeit nach sich gezogen, der aber eine verhältnismäßig hohe Zahl an Wiedereinstiegszusagen gegenübersteht. Relativ deutliche Zunahmen verzeichneten zudem der Einzelhandel (+1.889; +8,1%), die unternehmensbezogenen Dienste (+1.846; +12,1%) und die sonstigen Dienstleitungen (+1.490; +12,1%).

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Ende März 2004 haben in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. Den größten Anstieg verzeichnete die Gruppe mit lediglich Pflichtschulabschluss mit +6.535 (+6,2%) gefolgt von jener mit Lehrabschluss +2.305 (+2,4%) und ohne Schulabschluss (+1.707; +15,8%). Anteilsmäßig entfallen damit 83% des Bestands aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Mit 43.657 lag die Zahl der Personen in Schulungen im März 2004 unter dem Vorjahresniveau (-4,4%; -2.026). Kräftig zunehmend sind allerdings weiterhin die Schulungsaktivitäten für Jugendliche (+20,1% bzw. +3.027 auf 18.068). Die Schulungsteilnehmer/innen rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (8.370), Metall-/Elektroberufe (6.060), Handel (6.049) und den Hilfsberufen (4.747). Aus diesen Berufsgruppen kamen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

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