"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Lieber Transit als kalte Füße" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 06.04.2004

Wien (OTS) - Punkt 12.12 Uhr mittags bedankte sich Infrastrukturminister Hubert Gorbach gestern per Aussendung bei den Straßenblockierern in Niederösterreich: "Ich sehe die Blockaden als Stärkung meiner Verhandlungsposition in Brüssel. Denn so wird auch für die EU sichtbar, wie ernst es der transitgeplagten Bevölkerung ist."
Eine Stunde und zwölf Minuten später, um 13.24 Uhr, kam die Meldung, dass "die ursprünglich für zwei Stunden vorgesehene Aktion wegen strömenden Regens früher als geplant beendet worden ist". Da wird die EU aber staunen, wie ernst die Demonstranten den Kampf gegen Transit nehmen. Mehr als 90 Minuten im Regen, das hielten die Teilnehmer nicht aus.
Sie hätten sich an Frau Präsidentschaftskandidatin Benita ein Beispiel nehmen sollen: Die drängte sich beim jüngsten Besuch von UNO-Generalsekretär Kofi Annan in Wien wenigstens halbwegs erfolgreich in dessen Nähe. Als erste kam sie zwar nicht zum Zug -ihr Konkurrent Heinz Fischer hatte vorgebaut und einen Termin. Aber später traf sie ihn doch noch und schaffte dabei ebenso ein demonstrativ-gemeinsames Foto wie ganz zufällig am Wochenende bei der Eröffnung der Stronach’schen Pferderennbahn mit FP-Chefin Ursula Haubner.
Von soviel Engagement könnten die Verkehrsgegner einiges lernen. Solange die sich dem Slogan verschreiben: "Lieber Transit als kalte Füße", setzt Gorbach in Brüssel auf die falschen Pferde.##Kurt Horwitz##

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