Fischer: "Entwicklungsarbeit ist auch Friedenspolitik"

Wien (SK) "Entwicklungszusammenarbeit zu leisten als Aufbau demokratischer Systeme und Überwindung unerträglicher Lebensbedingungen und sozialer Spannungen ist Teil einer sinnvollen Friedenspolitik, die mir ganz besonders wichtig ist", betonte der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer am Montag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Ulrike Plichta, Chefin der Österreichischen Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI). Plichta stellte die Ergebnisse einer amerikanischen Studie vor, die bestimmte demographische Risikofaktoren, wie z.B einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen in Entwicklungsländern ohne entsprechende Arbeitsplätze, als gobales, die Sicherheit bedrohendes, Konfliktpotenzial sieht. ****

Die Studie nennt vier sogenannte Stressfaktoren, wie eine übergroße Jugendgeneration, eine sehr hohe Urbanisierung, Ressourcenknappheit im Bereich Ackerland und Trinkwasserversorgung und HIV/Aids, die für die schlechten Lebensbedingungen in Entwicklungsländern und die daraus resultierenden Konflikte verantwortlich zeichnen. Wichtig sei es daher durch entsprechende Entwicklungszusammenarbeit gegenzusteuern, so Plichta: "Arbeitsplätze zu schaffen, in die Ausbildung von Jugendlichen zu investieren und Präventionsprogramme im HIV/Aids-Bereich durchzuführen, sind hier an vorderster Stelle zu nennen."

Insbesondere Frauen seien in den Entwicklungsländern durch mangelnde Schulbildung und eine hohe Fertiliätsrate Schlüsselfiguren, um mit einem effizienten Entwicklungsprogramm drastische Verbesserungen zu erzielen, so Plichta weiter. Ein Familienplanungsservice, Schulausbildung und Arbeitsplätze müssten daher gerade für Frauen geschaffen werden, unterstrich die SWI-Chefin.

Fischer wies auf die Wichtigkeit der Prävention und der Prophylaxe gerade bei der Bekämpfung von HIV hin, da diese um ein Vielfaches weniger koste als die Therapie der Krankheit selbst. Die Studie sei sehr ernst zu nehmen, gerade im Hinblick auf die Vermeidung von Kriegen und Konkliktherden, die in einer zunehmend globaliserten Welt alle Menschen betreffen, so Fischer.

Traurige Tatsache sei aber, dass Österreich zuwenig finanzielle Mittel für Entwicklungsarbeit zur Verfügung stelle. "Mit durchschnittlich 0,25 Prozent des BNP in den letzten vier Jahren liegen wir hinter unserer eigenen Vorgabe von 0,33 Prozent des BNP und das obwohl wir über die Wichtigkeit und Effizienz von Entwicklungsarbeit bescheid wissen" Gerade die Prioritätensetzung in den letzten Jahren, wie z.B. der Ankauf der sehr teuren Eurofighter, könne er daher nicht nachvollziehen, kritisierte der Zweite Nationalratspräsident. Ein Ziel und großes Anliegen sei es ihm aber auch, den nationalen Rechtsstaat um die Dimension eines internationalen Rechtsstaates zu ergänzen und zu erweitern, so Fischer abschließend. (Schluss) rr

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