Bayr: Frauen als Schlüssel in der Entwicklungspolitik

Empowerment von Frauen garantiert, dass finanzielle Mittel der österreichsichen Entwicklungszusammenarbeit gut eingesetzt sind

Wien (SK) Anlässlich der heutigen Präsentation der Studie "The Security Demographic - Population and Civil Conflicts after the Cold War" von Population Action International durch die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Ulrike Plichta, und den ersten Nationalratspräsidenten, Dr. Heinz Fischer, weist die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, auf die Wichtigkeit des Empowerment von Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit hin. ****

Sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen müsse im Mittelpunkt der ÖEZA stehen, denn selbstbestimmte Sexualität sei gerade für Frauen der Schlüssel zu selbstbestimmtem Leben. "Wenn Frauen selbstbestimmt entscheiden können, ob, wann und wen sie heiraten wollen, dann schließen Frauen üblicherweise ihre Schulbildung ab und haben Chancen auf eine Berufsausbildung und später auf ein Einkommen außer Haus. Wenn Frauen selbstbestimmt mit ihrem Partner entscheiden können, wann und wie viele Kinder sie bekommen wollen, dann haben sie kleinere und gesündere Familien, sie können mehr Ressourcen in jedes einzelne Kind investieren. Wenn weltweit mehr in reproduktive Gesundheit investiert wird, sterben weniger Mütter aufgrund von Schwangerschaft und Geburt, und es gibt weniger Waisen", so Bayr.

"All diese "Wenns" Realität werden zu lassen, würde tausende Menschenleben retten. Investitionen in eine Entwicklungspolitik, die die Interessen der Frauen wichtig nimmt, sind hervorragend getätigte Investitionen - nicht nur für die betroffenen Frauen, sondern auch für ihre Gesellschaften und für weltweite Sicherheit und Stabilität", ist die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ überzeugt.

Frauen, die in der Lage sind - etwa durch ökonomische Unabhängigkeit, also durch Verdienstmöglichkeiten durch Arbeit außerhalb des Haushaltes - unerwünschten Sexualverkehr zurückweisen zu können, seien weniger in Gefahr, durch HIV/AIDS infiziert zu werden. Bekämpfung der Frauenarmut bedeute, dass weniger Frauen sich prostituieren müssen, was eine große Ansteckungsgefahr in sich birgt, und "es kann nicht oft genug ins Bewusstseingerufen werden, dass weltweit 58 Prozent aller Infizierten Frauen sind"!

Frauen, die selbst eine Schaulausbildung abgeschlossen haben, investieren auch in die Ausbildung ihrer Kinder, vor allem ihrer Töchter und bringen damit auch nachfolgende Generationen voran. Gebildetere Frauen haben einen erheblichen Vorteil im Umgang mit Geld, sie sind als Empfängerinnen von Mikro-Krediten (wie solche z.B. durch die ÖEZA vergeben werden) weit erfolgreicher. Überhaupt zeigen Untersuchungen, dass Frauen mit zur Verfügung gestelltem Geld anders umgehen als Männer: sie setzen Geld nachhaltiger ein, die gesamte Familie, das Dorf, die Gemeinschaft, die soziale Infrastruktur profitiert - Geld ist nachhaltiger eingesetzt, als wenn Männer es verwalten.

"Empowerment von Frauen als Schlüssel zur Entwicklung von armen Ländern ist weit zu fassen: eine gut Schulausbildung, die Verbesserung des Status von Frauen innerhalb der Gesellschaft, beispielsweise der Umgang mit verwitweten Frauen, ein gleichberechtigendes Erbrecht, die Stärkung der Frauen in allen Lebensbereichen wie zum Beispiel im Recht auf körperliche Unversehrtheit, wie es in Fragen weiblicher Genitalverstümmelung millionenfach gebrochen wird, die Selbstbestimmung in Fragen Heirat, Kinderzahl und Lebensführung - all das sind wichtige Faktoren, damit Frauen ihre Rolle als Motor in der Entwicklung armer Länder entfalten können und das Geld der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gut eingesetzt ist," so Bayr abschließend. (Schluss) ps/mm

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