Alpbach-Prozess 2004: Zukunftsforscher Grabner: Wir müssen in Alternativen denken

Zukunftsforscher Lothar Grabner zu Gast beim Alpbach-Prozess 2004 der ÖVP

Wien, 5. April 2004 (ÖVP-PD) "Wir müssen lernen in Alternativen zu denken, denn dieses Denken muss und wird unser Handeln in Zukunft bestimmen", sagte heute Trend- und Zukunftsforscher DI Lothar Grabner im Rahmen der Eröffnung des Alpbach-Prozesses 2004 der ÖVP. Der bekannte Zukunftsforscher Grabner gilt als Vordenker des Volkswagen-Konzerns. ****

In seinem Referat skizzierte Grabner drei Szenarien und Trendlandschaften, die für die Zukunft und deren Erforschung relevant sein können. Das erste Szenario betitelte Grabner mit "Prosperität", der dazugehörige Megatrend bestehe aus dem Verwischen von Grenzen und dem Aufbruch zu neuen Horizonten. "Dieser Trend ist ein win-win-Trend. Er beruht darauf, dass die Menschheit technisch mittlerweile alles leisten kann, wenn sie will. Der Konsument wird multioptional, er will alles ausprobieren, daraus entsteht ein harter, aber fairer Wettbewerb, bei dem sowohl die Unternehmen, als auch die Konsumenten gewinnen."

Als zweites Szenario nannte Grabner den "Pragmatismus", der Megatrend dazu sei der Individualismus. "Das ist ein win-lose Trend. Der Mensch steht in einem Lebenskampf, in dem er sich bewähren muss. Dabei gibt es naturgemäß Sieger und Verlierer. Entscheidend ist, dass sich der Mensch neuen Herausforderungen stellen muss, wenn er sich weiterentwickeln will." Dieser Trend führe allerdings auch zu einer Polarisierung: "Dabei werden Reiche vermutlich noch reicher, allerdings werden auch die Armen reicher. Es wäre ganz klar, dass Wirtschaft kein Nullsummenspiel ist." Diese Polarisierung beinhalte auch einen harten Kampf um Werte.

Das dritte und letzte Szenario sei, so Grabner, der "Dirigismus", in dem der Megatrend aus einer Sehnsucht nach einer gerechten und einfachen Gesellschaft bestehe. Der Dirigismus, wo die herrschenden Systeme massiv ins Leben eingreifen, Regeln und Auflagen setzen, soll im Idealfall zu mehr Solidarität und Gerechtigkeit führen. "Dirigismus setzt Lebensqualität vor Lebensstandard", so Grabner.

Abschließend skizzierte der Zukunftsforscher, welches dieser Szenarien für die Zukunft zu erwarten sei: "Es wird eine Mischung aus diesen drei Szenarien kommen", hielt Grabner fest. "Und wirklich interessant wird es dort, wo die Bruchkanten dieser Szenarien entstehen, wo sie sich aneinander reiben." Denn dort entstehe Kreativität und Innovation. "Es geht bei meiner Aufgabe nicht darum, Zukunft vorherzuwissen, man muss mit ihr umgehen lernen, sich auf sie einstellen und sie dadurch mitgestalten."

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