TV-Premiere für Fritz Karl als legendärer Wildschütz "Jennerwein" am 7. April in ORF 2

Alpenwestern - ohne Schuhplattler und Jodelei

Wien (OTS) - Ein Oberösterreicher als bayerischer Volksheld: Fritz Karl feiert am Mittwoch, dem 7. April 2004, als legendärer Wildschütz Georg "Girgl" Jennerwein (1848-1877) um 20.15 Uhr in ORF 2 TV-Premiere. Der moderne Alpenwestern - nach den Heimatdramen "Franz und Anna" (2002 im ORF) und "Tauerngold" (2003 im ORF - auch schon mit Fritz Karl) bereits die dritte Zusammenarbeit von ORF und BR im Rahmen des gemeinsamen "Alpenfilmpakets" - erzählt die Geschichte eines Rebellen der Berge, der vom Wilderer zum Volkshelden avancierte. Jennerwein, Sohn eines Tirolers, lebte im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol, in der Gegend um Schliersee, und hielt Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner Wildererei, mit der er Not leidenden Menschen half, die königlichen Jäger im Revier in Atem. Durch Verrat eines ehemaligen Freundes erfährt Jennerwein ein tragisches Schicksal.

Vom Herumjodeln und Schuhplattln keine Rede

Für den gebürtigen Oberösterreicher Fritz Karl, der einem breiten Publikum aus der ORF-Erfolgsserie "Julia - Eine ungewöhnliche Frau" oder aus TV-Filmen wie "Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy" und "Spiel im Morgengrauen" bekannt ist, war "Jennerwein" eine große Herausforderung und Knochenarbeit. Vor den Dreharbeiten hatte er bereits vier Kilo abgenommen, während des anstrengenden Drehs bei Temperaturen bei minus 15, teilweise minus 20 Grad purzelten weitere sechs Kilo ganz von selbst. Rau und hart waren aber nicht nur die Bedingungen am Set sondern auch die Vorarbeit. "Es gab viel Widerstand seitens der bayerischen Partner, die ihren Jennerwein gern dem gängigen Klischee entsprechend gesehen hätten: Mit Gamsbart, jodelnd und schuhplattelnd, mit vollbusigen Frauen im Dirndl an seiner Seite", erzählt Karl. "Wir wollten jedoch diesen Mythos nicht bedienen, sondern zeigen, wie diese Zeit tatsächlich war: dass das arme Menschen waren, Taglöhner, Vogelfreie, die nichts zu beißen hatten. Vom Herumjodeln und Schuhplattln war da keine Rede."

Wertvoller Rat von der Großmutter

Der 1967 bei Gmunden geborene Schauspieler hat sich deshalb eingehend mit der Zeit und der Legende des Jennerwein beschäftigt, viel gelesen, sich auch wertvollen Rat bei der eigenen Großmutter geholt, einer ehemaligen professionellen Jägerin, die ihm viel über das Verhältnis Jäger/Wilderer erzählen konnte. "Damals war Wilderei wichtig fürs Überleben. Heutzutage kommt Wilderei noch immer vor, aber dann eher zu Trophäenzwecken", so Karl. Mit dem Endergebnis ist er sehr zufrieden: "Ich finde, dass das ein sehr guter und stimmiger Film geworden ist."

Auf Historienfilme abonniert

Der derzeit seit längerem in Südafrika weilende Fritz Karl erinnert sich gern an die "Jennerwein"-Arbeit und wünscht sich die dabei erlebte Kälte zurück. Denn nur mit einer kurzen Unterbrechung dreht der Mime bereits seit Herbst vergangenen Jahres im Land des Tafelbergs und hat von der Hitze unter afrikanischer Sonne langsam, aber sicher genug. Zwei zweiteilige TV-Projekte sind dabei entstanden: das historische Abenteuer-Movie "Platinum" und die noch bis Mitte April laufende Produktion zum ebenfalls historischen Familiendrama "Madeira". Danach geht es wieder nach Europa: In Prag dreht Fritz Karl dann erneut einen Historienfilm. Ob er auf historische Stoffe abonniert sei? "Nein, ich hatte immer nur Glück, solche Rollen angeboten zu bekommen. Zurzeit herrscht eine unglaubliche Historienfilm-Renaissance, das scheint gerade modern zu sein."

In "Jennerwein" standen an der Seite von Fritz Karl in weiteren Hauptrollen vor der Kamera: Christoph Waltz ("Der Tanz mit dem Teufel") als Jennerweins ehemals bester Freund und späterer Mörder Pföderl, Sabrina White in der Rolle von Jennerweins großer Liebe Agathe, der Steirer August Schmölzer als königlich-bayerischer Förster und Oberjäger Mayr sowie Monika Baumgartner als Jennerweins Mutter Maria. Regie und Kamera führte Hans Günther Bücking, ehemals Kameramann von Fassbinder, der schon bei "Tauerngold" für eindrucksvolle Bilder sorgte. Das Buch zum Film verfasste Holger Zimmermann. Die Dreharbeiten fanden Ende 2002 im Salzburger Rauris und Umgebung statt, wo auch schon "Tauerngold" gedreht wurde.

Mehr Informationen zum Film sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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