AK warnt vor Gewinn-Urkunden der Firma MB-Marketing

Wappen der Stadt Wien auf Gewinnverständigungen - Konsumenten werden zu Warenpräsentationen gelockt - AK hat Klage wegen irreführender Werbung eingebracht

Wien (AK) - Seit Ende März flattern persönliche Gewinn-Urkunden mit dem Wappen der Stadt Wien unter der Bezeichnung "Das große Wiener Familien Städte-Quiz 2004" in die Postkästen von Wiener Konsumenten, sagt AK-Expertin Ulrike Ginner. Konsumenten werden zu einer Warenpräsentation gelockt, bei der sie ihren billigen Gewinn abholen und auch Produkte kaufen sollen. Dahinter steckt die Firma MB-Marketing (Inhaber Marc Binder) gegen die die AK bereits im März eine Klage wegen irreführender Werbung eingebracht hat.

Es ist ja nicht neu: Schon seit längerer Zeit werden Konsumenten mit Gewinnverständigungen zu Warenpräsentationen in Gasthäuser gelockt, weiß Ginner. Bei den Waren handelt es sich meist um Decken, Pölster und Matratzen sowie komplette Topf-Sets. Mit unrealistischen Preisvorstellungen wird auf die Produkte zunächst aufmerksam gemacht, dabei wird den Konsumenten eine besondere Qualität eingeredet. Im Laufe der Veranstaltung werden diese immer günstiger und günstiger. Die Mildtätigkeit der Unternehmen kennt scheinbar keine Grenzen:
Fahrräder und Topf-Sets werden als Gratiszugaben zu größeren Bestellungen mitgeliefert. Letztendlich ist ein Bestellwert von 1.800 Euro keine Seltenheit, so Ginner. Und was die angeblich wertvollen Gewinne betrifft so muss der Konsument enttäuscht feststellen, dass es sich bei den angekündigten Überraschungen um billige Geschenke handelt.

Die aktuelle Gewinnaussendung der Firma MB-Marketing ist allerdings besonders unverschämt. Die Konsumenten erhalten eine persönlich adressierte Gewinn-Urkunde mit der Bezeichnung "Das große Wiener Familien Städte-Quiz 2004". Sie werden damit zu einer Werbeveranstaltung in ein Gasthaus eingeladen, um ihren Gewinn abzuholen. Neben dem Text ist rechts und links das Wappen der Stadt Wien abgedruckt. Die Gewinn-Urkunden haben dadurch einen amtlichen Charakter und so wird versucht, noch mehr Konsumenten zu den Warenpräsentationen anzulocken - besonders betroffen sind hier Pensionisten, weiß Ginner. Letztendlich wird auch hier den Konsumenten nur das Geld aus der Tasche gezogen, und vermutlich ist der Gewinn - wie bei vergangenen Aussendungen - lediglich ein Küchengerät von geringem Wert.

Bereits im März 2004 hat die AK eine Klage wegen irreführender Werbung gegen das Unternehmen eingebracht. Auf Grund der aktuellen Werbezusendung wurde der Magistrat der Stadt Wien ersucht, zu überprüfen, ob ein Verstoß gegen das Wiener Wappengesetz vorliegt und gegebenenfalls ein Verwaltungsstrafverfahren einzuleiten.

SERVICE: Die AK hat Informationsblätter "Achtung bei Werbefahrten und Verkaufsveranstaltungen" aufgelegt. Anfordern können Sie die Infoblätter per e-mail: wipol@akwien.at.

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