"DOKUmente" am 7. April im ORF: "Unerwartete Genesung"

Ein realistisches Bild von Spontanheilungen

Wien (OTS) - Michael Mooslechner aus Salzburg kam gerade noch
einmal davon. Drei Jahre kämpfte er gegen seine Leukämie, bis er zum Sterben nach Hause geschickt wurde. Aber er lebt noch immer - wodurch er letztendlich geheilt wurde, weiß er bis heute nicht. Immer wieder gibt es so genannte "unerklärliche Heilungen", werden Patienten, die von den Ärzten aufgegeben wurden, überraschend gesund. Die "Wunder" sprechen sich herum, werden von den Medien bereitwillig aufgenommen. Für viele Menschen gerät ihr wissenschaftlich untermauertes Weltbild ins Wanken. Die Realität der Spontanheilungen sieht anders aus. "Unerwartete Genesung", ein Film von Wolfgang Niedermair, ist in der Reihe "DOKUmente" am Mittwoch, dem 7. April 2004, um 23.15 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Einige unerwartete Genesungen kann sich Medizin nicht erklären

Einige Phänomene, die man vor Jahrzehnten noch als Wunder bestaunte, sind in der Zwischenzeit wissenschaftlich nachvollziehbar. Einen kleinen Teil der unerwarteten Genesungen kann sich die Medizin aber noch immer nicht erklären. Der Film besucht eine Reihe von Betroffenen und Ärzten und versucht, hinter die Kulissen von medizinischen "Wundern" zu blicken. Prof. Dr. Heinz Ludwig vom Wilhelminenspital in Wien bestaunte noch vor zwanzig Jahren ein Röntgenbild, auf dem zu sehen war, dass sich Metastasen zurückgebildet hatten. Ein Wunder? Heute betrachtet er den Fall ohne Illusionen: Die Medizin hat tatsächlich faszinierende Regelmäßigkeiten in dieser Form der Heilung gefunden, doch lassen sich diese therapeutisch nicht nutzen.

Der deutsche Mediziner und Onkologe Herbert Kappauf sammelt seit Jahren die Krankengeschichten von Menschen, die auf unerklärliche Art und Weise von ihrem Krebs geheilt wurden. Anfangs wurde er von der Fachwelt nicht ernst genommen und als Häretiker betrachtet, heute wird er als einer der führenden Experten auf diesem Gebiet anerkannt. Seine Suche nach Gemeinsamkeiten hat noch nicht zu revolutionären Heilmethoden geführt und wird das wahrscheinlich auch nicht. Trotzdem hat der Deutsche Einblick in den Prozess der Heilung gewonnen und dabei auch nicht seinen Sinn für "Wunder" verloren.

Heilung eines Italieners von Erzbischof als Wunder anerkannt

Der Italiener Vittorio Micheli wurde 1963 in Lourdes von Krebs geheilt. Ein Fall, den die Medizin bis heute nicht erklären kann. Vittorio Micheli war gerade einundzwanzig Jahre alt geworden, als er über Schmerzen in der Hüfte zu klagen begann. Nur wenige Monate später wurde er trotz seiner Probleme zum Militär einberufen, kam dann aber schon im April 1962 zur Untersuchung in das Militärkrankenhaus von Verona. Die Diagnose: Vittorio hatte Knochentumor. Weder Bestrahlungen noch Chemotherapie zeigten Wirkung. Die Situation wurde immer kritischer, der Oberschenkelkopf lockerte sich, in der Hüfte war keine Stabilität mehr. Er musste einen gewaltigen Gipsverband tragen, litt unter starken Schmerzen und schien kaum mehr eine Überlebenschance zu haben. Unter dem liebevollen Druck seiner Familie entschloss er sich, nach Lourdes zu fahren. Er nahm ein Bad in der Quelle, während dem er sich schon besser fühlte. In den nächsten Monaten bildete sich das Sarkom zurück, und der Knochen baute sich wieder auf. Heute führt Vittorio Micheli ein normales Leben. An seine schwere Krankheit erinnert nur ein verkürztes Bein. Seine Heilung wurde 1976 vom Erzbischof von Trento als Wunder anerkannt.

Es gibt "unerwartete Genesungen", da besteht kein Zweifel. Doch sind viele der Geschichten, die kursieren, nicht wahr, zumindest nicht so wahr, dass man sie sich nicht anders erklären könnte. Der Film zeichnet ein realistisches Bild von Spontanheilungen und macht klar, dass allein die Zuversicht in Selbstheilungskräfte "Wunder" bewirken kann.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0001