Neues Volksblatt" Kommentar: "Spielchen" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 5. April 2004

Linz (OTS) - Viel Aufwind durch das Wahlergebnis und die rasche Einigung mit der SPÖ in Kärnten verspürt Jörg Haider. Schon schwelgt er übermütig, dass eine rot-blaue Koalition auf Bundesebene im Bereich des Möglichen liege, wenn SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer seine Linie "nur durchhält". Welche Linie? Gusenbauer will entgegen Haiders Beteuerung seine Kärntner Genossen nicht dazu ermuntert haben, rasch zu einem Abschluss mit den Freiheitlichen zu kommen. Schließlich sei Kärnten ein "Sonderfall". Oder wird das nur behauptet, um bei den roten Freunden auf dem internationalen Parkett nicht schlecht dazustehen?
Haider treibt jedenfalls wieder ein neues Spielchen. Gusenbauer bringt er mit seinen freimütigen Ankündigungen in der SPÖ-Riege in Bedrängnis. Den eigenen Mannen in der Bundesregierung richtet er aus, dass es an der Zeit sei - mit Ausnahme von Vizekanzler Hubert Gorbach - die Regierung umzubilden. Beide Botschaften haben den Nebeneffekt, dem Koalitionspartner ÖVP auszurichten, wer in der FPÖ das Sagen hat. Wiewohl Haider nicht als Parteichef nach Wien gehen wolle, weil Kärnten doch so schön ist.

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