Bundeskriminalamt entschärfte im Vorjahr 2.287 Kriegsrelikte

Entminer werden pro Tag zu drei Einsätzen gerufen

Wien (OTS) - Im Jahr 2003 wurden vom Entminungdienst des Bundeskriminalamtes (.BK) 54.581 Kilo noch sprengkäftiger Kriegsmunition geborgen und entschärft. Die Entminer gingen damit mehr als 1.190 Fundmeldungen nach. Das heißt, dass pro Tag durchschnittlich drei Einsätze zu bewältigen waren.

Die Bergungen waren dabei zum Großteil sehr kompliziert, da sie überwiegend in unwegsamen Gelände wie zum Beispiel im Hochgebirge, auf Industriebaustellen oder in Gewässern durchgeführt werden mussten. Allein bei Taucheinsätzen des .BK-Entminungdienstes wurden in 191 Tauchstunden 17.840 kg an Sprengmaterial geborgen.

Insgesamt wurden 2.287 verschiedene hoch gefährliche Kriegsrelikte geborgen, entschärft und vernichtet. In dieser Gesamtmenge waren unter anderem 247 Handgranaten, 142 Panzerfäuste sowie 59 besonders gefährliche Bombenblindgänger enthalten.

Dass es sich bei den Einsätzen der Entminer nicht um Routine handelt wurde im Vorjahr auf besonders schmerzliche Weise bewusst

gemacht. Beim Versuch einen besonders gefährlichen amerikanischen Bombenblindgänger mit Langzeitzünder zu entschärfen explodierte die Bombe.

Bei dem Unglück wurden der 38-jährige Thomas Modry aus Niederösterreich und der 42-jährige Gerhard Plojhar aus Wien getötet. Ein weiterer Spezialist des Entminungsdienstes erlitt schwere Verletzungen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat der Entminungsdienst die unglaubliche Menge von 25,519.304 Kilogramm an Blindgängern geborgen, entschärft und vernichtet. Insgesamt wurde eine Fläche von mehr als 56 Quadratkilometern systematisch abgesucht und wieder zur Nutzung freigegeben.

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