"Neues Volksblatt" Kommentar: "Strategisch" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 3. April 2004

Linz (OTS) - =

Der nur von Kandidaten der beiden Parteien
bestrittene Wahlkampf um die Bundespräsidentschaft verleitet zum falschen Eindruck. Tatsächlich ist es keineswegs nur das Ringen zwischen Benita Ferrero-Waldner und Heinz Fischer, das ÖVP und SPÖ sich geradezu lustvoll ineinander verbeißen lässt. Längst ist in der ÖVP Kritik an den Grünen auffällig rar und zahm geworden. In den, über den Umweg Kärnten vollzogenen Annäherungen der SPÖ an die FPÖ steckt der strategische Konter, der in die Auseinandersetzung der beiden Großparteien in Hinblick auf künftige NR-Wahlen neue Dynamik bringt. Denn unabhängig von der innerparteilichen Stärke Gusenbauers ist der pragmatische Weg, den möglichen Weg zur Rückkehr an die Macht mittels der FPÖ ein wenig breiter zu machen, in der SPÖ ein Stück salonfähiger geworden. Darüber können substanziell weder in Richtung Jörg Haider gerichtete Sprach-Primitivitäten des Wiener Bürgermeisters noch (späte) offizielle SPÖ-Distanzierungen hinwegtäuschen. Die SPÖ versucht mit der FPÖ die Zahl potenzieller Koalitionspartner zu verdoppeln ˜ und so mit der ÖVP strategisch gleichzuziehen.

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