AK Wien Vollversammlung (5): Pensionsharmonisierung nur bei Rücknahme der Kürzungen

Vertrauensschutz notwendig - jeder dritte Mann verliert bereits heuer 8 bis 10 Prozent

Wien (AK) - Die Regierungskoalition muss die Pensionskürzungen zurücknehmen, die sie im Jahr 2003 beschlossen hat, verlangt die AK Wien Vollversammlung, nur so sei eine gerechte Harmonisierung der Pensionen möglich, über die derzeit verhandelt wird. Im entsprechenden Antrag kritisiert die Vollversammlung, dass bereits jeder dritte Mann, der heuer in Pension geht, zwischen acht und zehn Prozent von seiner Pension verliert. Ähnliches gilt für Frauen mit Kindern, die nicht nach der "Hackler"-Regelung in Frühpension gehen können und relativ rasch nach der Geburt wieder in den Beruf zurück gekehrt sind. Dazu kommt der lebenslange Verlust durch das Aussetzen der Pensionsanpassung im Folgejahr. Auf dieser Basis könne es keine gerechte Pensionsharmonisierung geben, so die Vollversammlung. Sie verlangt ein einheitliches Pensionssystem für alle ab einem Stichtag:
Vor dem Stichtag erworbene Pensionsansprüche müssen erhalten bleiben. Außerdem muss die Möglichkeit, vor 65 (Männer) bzw 60 (Frauen) in Pension zu gehen, erhalten bleiben - für Männer mit 45 Beitragsjahren und Frauen mit 40 Beitragsjahren auch vor dem Alter von 61,5 bzw 56,5 Jahren. Für SchwerarbeiterInnen ist dabei durch höhere Unternehmerbeiträge sicherzustellen, dass der vorzeitige Pensionsantritt abschlagsfrei erfolgt.

"Gleiche Beiträge müssen zu gleichen Leistungen führen", verlangt die AK Wien-Vollversammlung in der laufenden Debatte über die Pensionsharmonisierung. Deshalb tritt die Vollversammlung für die Stichtagsregelung ein: Bis zum Stichtag sollen die Pensionsansprüche nach den Regeln für die Pension vor Inkrafttreten der im Jahr 2003 beschlossenen Pensionskürzungen errechnet werden - und danach nach dem neuen Modell. Der Gesamtanspruch soll sich dann aus dem Verhältnis der im bisherigen und im neuen Recht erworbenen Zeiten ergeben. "Dieser Vertrauensschutz ist notwendig", so die Vollversammlung.

Die Vollversammlung begründet ihre Forderung mit den massiven Pensionskürzungen durch die Pensionsänderungen aus dem Jahr 2003, die seit Februar 2004 bereits voll wirken. Deshalb sei eine gerechte Pensionsharmonisierung auch nur möglich, wenn die Regierungskoalition gleichzeitig mit dem Beschluss des neuen Rechts das derzeit gültige wieder aufhebt.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien
Doris Strecker
Kommunikation
Tel.: ( ++43-1) 501 65 2677
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0005