Ö1 sendet drei Konzerte des Festivals Osterklang 2004

Wien (OTS) - "Ecce homo - Wohin strebst du?" ist der Leitgedanke
von Osterklang Wien 2004. Auf dem Programm des noch bis 12. April dauernden Festivals steht Musik vom Barock bis zur Moderne. Österreich 1 strahlt drei Konzerte aus: Olivier Messiaens "Quatuor pour la fin du temps" am 8. April ab 19.30 Uhr, Frank Martins Oratorium "Golgotha" am 9. April ab 19.30 Uhr und W. A. Mozarts "La Betulia Liberata" am 12. April ab 19.30 Uhr.

Olivier Messiaens "Quatuor pour la fin du temps" suggeriert mit seinem Titel nur vordergründig etwas Endgültiges. Der Komponist schrieb sein Quartett "für das Ende der Zeit" in deutscher Kriegsgefangenschaft und richtete sich bei der Besetzung nach den im Lager gegebenen Aufführungsmöglichkeiten. Das Ende der Zeit ist aber für den zutiefst in seinem katholischen Glauben verankerten Musiker kein solches im irdischen Sinne, sondern Bestätigung der österlichen Hoffnung. Aus ihr heraus konnte der Komponist, der im Gefangenenlager erfahren hatte, was Unfreiheit ist, die kühne Aussage machen: "Ich glaube nicht an Freiheit oder Unfreiheit. Frei wovon?" Bei "Quatuor pour la fin du temps" wirken Julia Stemberger (Rezitation), Christian Altenburger (Violine), Patrick Demenga (Violoncello), Ulf Radenhäuser (Klarinette) und Thomas Larcher (Klavier) mit. Die Texte stammen von den im Zweiten Weltkrieg verfolgten Autoren Theodor Kramer, Selma Meerbaum Eisinger, Paula von Preradovic, Stanislaw Buczynski, Paul Celan, Franz Theodor Csokor und Jura Soyfer. Ö1 sendet den Mitschnitt der Aufführung am Donnerstag, den 8. April ab 19.30 Uhr.

Am Freitag, den 9. April strahlt Ö1 ab 19.30 Uhr einen Mitschnitt von Frank Martins zweiteiligem Oratorium "Golgotha" aus. Der Schweizer Komponist bezieht sich in diesem Werk auf Rembrandts Kreuzigungsszene "Die drei Kreuze", welche er in einer Ausstellung in Genf im Frühjahr des Jahres 1945 gesehen hat. Im Kontext mit dem zu Ende gehenden Krieg und der Hoffnung auf Frieden schuf er ein Werk, in dem Leid, Tod und Hoffnung zentrale Bedeutung zukommen. Es wirken mit: die Wiener Philharmoniker, Dirigent: Michael Boder; der Wiener Singverein; Soile Isokoski, Sopran; Nathalie Stutzmann, Mezzosopran; Frank von Aken, Tenor; Anthony Michaels-Moore, Bariton; David Pittsinger, Bass; Anton Holzapfel, Orgel.

Um Hoffnung auf Erlösung, die letztendlich bestätigt wird, geht es auch in Mozarts Oratorium "La Betulia Liberata", das er im Alter von 15 Jahren komponierte. Inhaltliche Grundlage ist das alttestamentliche Buch Judith, in dem die Befreiung der Stadt Betulia von der Belagerung durch die Assyrer geschildert wird. Es spielt das Radio-Symphonieorchester Wien unter Bertrand de Billy, es singen der Chorus sine nomine, Sara Mingardo, Heidi Brunner, Kwangchul Youn und Maria Bengtsson. Das Oratorium ist in Ö1 am Montag, den 12. April ab 19.30 Uhr zu hören.(ih)

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