SchülerInnendemo: Unsere Bildung ist keine Ware - Eine andere Schule ist möglich!

Wien (SK) Die Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) veranstaltete heute eine 3000 SchülerInnen starke Demonstration gegen Bildungsökonomisierung und für eine angstfreie Schule. ****

3000 SchülerInnen aus Wien und Niederösterreich marschierten heute im Rahmen des internationalen Aktionstags gegen Bildungs- und Sozialabbau durch Wien. Im Mittelpunkt standen die Anliegen:

  • freie Bildung für alle - Stopp der sozialen Selektion im österreichischen Schulwesen
  • Demokratisierung des Bildungssystems
  • Gegen die Ökonomisierung der Bildung - Stopp Gats
  • Für eine Schule ohne Angst

Aks-Bundesvorsitzende Kathi Kreissl über die Hintergründe der Kundgebung: "Die derzeitige Bildungspolitik ist ein Produkt aus wirtschaftlichen Interessen und dem Willen zur Erhaltung gesellschaftlicher Ungleichheiten", so Kreissl. "Das verkrampfte Beharren auf Selektionsmechanismen wie Noten, Sitzenbleiben und verfrühte Trennung der Schultypen seitens des Bildungsministeriums ist ein klares Bekenntnis zur Bildung als Mittel der Privilegierten und Herrschenden."

Bei der Demonstration selbst standen hauptsächlich der freie Bildungszugang und eine angstfreie Schule im Mittelpunkt. "Bildung ist ein zentrales Mittel zur Weiterentwicklung der Gesellschaft. Durch verstecktes Schulgeld wie Selbstbehalte und zunehmenden wirtschaftlichen Einfluss wird sie bewusst sozial schwächer gestellten SchülerInnen vorenthalten. Die heutige Kundgebung hat sich klar gegen diese Entwicklung ausgesprochen", erklärt Kreissl. "SchülerInnen wünschen sich eine Schule, in der sie sich unabhängig von ihrer Herkunft frei entfalten können und nicht für ein Leben als Humanressourcen und KonsumentInnen der Marktwirtschaft konditioniert werden." Die Forderung nach Noten und Sitzenbleiben abschaffen war ebenfalls ein zentraler Bestandteil des heutigen Aktionstags.

Laut Kreissl haben sich in den letzten Wochen viele AKS-Gruppen, Schulkomitees und SchülerInnenvertretungen im Rahmen der Mobilisierung zur Demo Gedanken über ein anderes Schulsystem gemacht. "Das Motto der Demo - Eine andere Schule ist möglich - bedeutet vor allem, dass SchülerInnen nicht nur kritisieren, sondern klare Vorstellungen und Verbesserungsansätze für unser Schulsystem haben!", ist Kreissl überzeugt.

Dass SchülerInnen zum schwänzen auf die Demo kommen, glaubt Kreissl nicht. "Wie in vielen anderen Bereichen wird auch hier auf SchülerInnen massiv viel Druck ausgeübt. Alle TeilnehmerInnen haben mit Klassenbucheintragungen zu rechnen. Das Risiko auf eine Betragensnote würden viele SchülerInnen zum Spaß nicht eingehen", ist die SchülerInnenvertreterin überzeugt. Klar ist für Kreissl, dass die Motive zur Teilnahme unterschiedlich sind:" Viele SchülerInnen wollen einfach gegen die autoritäre Ordnung in der Schule rebellieren."

Die Demonstration führte über die Marihilferstaße zum Volkstheater. Dort vereinigten sich SchülerInnen und StudentInnen, um gemeinsam über die Freyung zur Abschlusskundgebung am Hof zu marschieren. (Schluss) ps/mm

Rückfragehinweis: Kathi Kreissl (0699) 11 40 81 42

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