Ausbruch der Vogelgrippe macht Wichtigkeit von Pandemieplanung deutlich

Basel (OTS) - Internationale Gesundheitsorganisationen drängen darauf, dass die Staaten Notfallspläne für mögliche Grippepandemien vorbereiten und entsprechende Vorräte an Influenzamedikamenten anlegen.

Internationale Gesundheitsorganisationen fordern von den Regierungen weltweit, Pläne für die nächste, laut Experten unvermeidliche, Grippepandemie zu entwickeln und zu implementieren. Der Ausbruch der Vogelgrippe, die bisher 22 Menschen in Ostasien das Leben gekostet hat, habe weltweit die Notwendigkeit einer effektiven Krisenplanung für die nächste Pandemie vor Augen geführt.

Grippepandemien ereignen sich rund alle 40 Jahre. Experten warnen, dass es nicht die Frage ist, ob, sondern bloß wann die nächste Pandemie ausbrechen wird. Frühere Grippepandemien haben sich rasch ausgebreitet und weltweit viele Tote gefordert. Die schlimmste bisher war die Spanische Grippe im Jahr 1918, die 30 Millionen Menschen das Leben kostete. Der vergleichsweise schwächsten Pandemie des letzten Jahrhunderts in Hong Kong (1968) fiel innerhalb von nur sechs Wochen eine halbe Million Menschen zum Opfer.

Impfungen stellen den wichtigsten Schutz vor der Grippe dar. Da aber das Grippevirus permanent mutiert, dauert es sechs Monate ab Ausbruch einer Pandemie, bis ein entsprechender Impfstoff entwickelt werden kann. Im Fall eines Ausbruchs einer Pandemie ist es daher von essentieller Bedeutung, dass andere Möglichkeiten, sich vor dem Virus zu schützen, zur Verfügung stehen, bis der neue Impfstoff entwickelt ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher die Staaten der Welt aufgerufen, sich zur Vorsorge mit Grippemedikamenten, wie Tamiflu(R)* (Oseltamivir), einzudecken.
"Oseltamivir wird eine der wichtigsten Waffen gegen die nächste Grippepandemie sein", meint Professor John Oxford (St. Barts and The London, Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry, London). "Studien zeigen, dass Oseltamivir sowohl die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch verhindert als auch die Stärke der Symptome bei bereits Erkrankten mildert. Da die Produktion von Oseltamivir in ausreichender Menge einen Zeitraum von bis zu einem Jahr erfordert, ist es von zentraler Bedeutung, dass die Staaten sich rechtzeitig damit eindecken, um sicher stellen zu können, dass die Bevölkerung geschützt ist, bis ein entsprechendes Impfserum entwickelt und verfügbar ist."

Um internationale und nationale Pandemieplanungen zu erleichtern, haben die WHO und andere Gesundheitsorganisationen Therapiemöglichkeiten getestet, mit denen das aktuelle Vogelgrippevirus H5N1 und zukünftige Grippevirenstämme bekämpft werden können. Dabei zeigte sich, dass Tamiflu(R)* gegen den H5N1 Stamm wirkt. Dadurch unterscheidet sich das Medikament von älteren antiviralen Wirkstoffen, die sich nicht für einen Einsatz gegen den H5N1-Stamm eignen.

Tamiflu(R)* wirkt gegen alle relevanten Influenzaviren. Die vorhanden Testergebnisse deuten darauf hin, dass es ebenso gegen sämtliche Mutationen dieses Virus eingesetzt werden kann. Tamiflu(R)* wird oral eingenommen und hemmt die Ausbreitung von Viren im gesamten Körper, während andere Neuraminidasehemmer ausschließlich die Virenverbreitung innerhalb der Lunge unterbinden.

"Influenza-Pandemien stellen eine äußerst ernste Bedrohung für jeden dar," meint Professor Albert Osterhaus vom Erasmus Medical Centre in Rotterdam, "denn die Zunahme des internationale Tourismus bedingt, dass sich auch Viren schneller denn je ausbreiten können. Das haben wir ja auch mit SARS erlebt. Es ist daher von wirklich eminenter Bedeutung, dass die Staaten jetzt Schritte setzen, um ihre Bürger vor einer Erkrankung zu schützen und eine weitere Verbreitung der Krankheit verhindern. Schutzimpfungen sind langfristig wichtig, aber, um die Menschen bis zur Entwicklung eines entsprechenden Serums schützen zu können, wird der Einsatz von Neuraminidasehemmern von zentraler Bedeutung sein!"

Hinweise

Über Tamiflu(R)* (Oseltamivir)

Tamiflu(R)* wirkt gegen alle klinisch relevanten Influenzaviren. Es verhindert die Virusausbreitung und stoppt auf diese Weise den Krankheitsverlauf. Neuraminidase ist ein Enzym, das das Virus braucht, um sich von der Wirtszelle zu trennen. Neuraminidasehemmer verhindern durch eine selektive Blockade des aktiven Zentrums der Neuraminidase des Virus die Freisetzung der neu gebildeten Viruspartikel aus der infizierten Zelle und somit deren weitere Ausbreitung in den Schleimhäuten der Atemwege.

Tamiflu(R)* reduziert die Stärke der auftretenden Symptome um 38%, Sekundärkomplikationen wie Bronchitis, Pneumonia (Lungenentzündung) und Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) bei sonst gesunden Menschen um 67%, verkürzt die Krankheitsdauer um 37% und weist eine Grippe-Schutzwirkung bei Jugendlichen und Erwachsenen, die Kontakt zu bereits infizierten Patienten hatten, von bis zu 89% auf.

Bei Kindern verkürzt Tamiflu(R)* die Krankheitsdauer, reduziert die Stärke der auftretenden Symptome um 36% und vermindert das Auftreten von Ohrenentzündungen, die bei Kindern häufig im Zuge einer Influenza auftreten, im Vergleich zu herkömmlichen Behandlungsformen um 44%.

*) Abdruck nur in Fachmedien

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die WHO Guidelines zum Einsatz von Sera und Antiviralen bei Grippepandemien:
www.who.int/csr/resources/publications/influenza/en/11_29_01_A.pdf

Roche

Roche mit Firmensitz in Basel ist unter den forschenden Firmen im Gesundheitssektor eines der weltweit führenden Unternehmen auf den Gebieten Pharmazeutika, Diagnostika und Vitamine. Die innovativen Produkte und Dienstleistungen von Roche umfassen die Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten und tragen so zur Verbesserung von Wohlbefinden und Lebensqualität bei.

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