Wirtschaftsbund- Kopf: WGKK verursacht über 50 Prozent der Verluste aller Kassen

Defizite der WGKK liegen am Tisch und müssen beseitigt werden

Wien, 2. April 2004 (ÖWB) Die Wiener Gebietskrankenkasse produzierte 2003 einen Abgang von 245 Millionen Euro und verursacht somit über 50 Prozent des gesamten Abgangs aller Kassen. Diese prekäre finanzielle Situation ist zum Gutteil selbst verschuldet und durch mangelnde Reformbereitschaft in den letzten Jahren verursacht. Während nämlich sieben von neun Kassen in den letzten 10 Jahren die Pro-Kopf-Aufwendungen gesenkt haben (Oberösterreich gar um 16 Prozent), stiegen diese in Wien um 16 Prozent. Das stellte heute, Freitag, der Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes Karlheinz Kopf fest. ****

Eine wesentliche Ursache des Problems stellt die ärztliche Überversorgung und die Honorierung der Vertragsärzte dar. In Wien betreut ein Arzt 470 Versicherte, in Oberösterreich jedoch 673. Der Mehraufwand durch den zur Debatte stehenden Tarif-Vertrag würde sich – laut Wiener Gebietskrankenkasse - mit rund 14,1 Millionen Euro beziehungsweise plus 4,32 Prozent niederschlagen.

Problematisch sind auch die Medikamentenkosten in Wien. Wien führt haushoch mit Medikamentenkosten pro Anlassfall von 77 Euro. Im Vergleich: Steiermark 42 Euro, NÖ 62 Euro, OÖ 54 Euro. Ein Grund für die hohen Medikamentenkosten in Wien liegt am immer noch fehlenden Controlling in diesem Bereich.

Als teurer Luxus mit einem Gesamtaufwand von über 120 Millionen Euro, den sich die WGKK als einzige Krankenkasse leistet, stellt sich seit langem das Hanusch Krankenhaus heraus, was bereits vom Rechnungshof im Jahr 2002 kritisiert wurde. Insbesondere was die Personalkosten betrifft.

Es wurde seitens der Führung des Krankenhauses jeder Reformvorschlag, der zu einer wirtschaftlichen Führung beigetragen hätte, ignoriert. Statt unrentable Abteilungen zu schließen und kostendämpfende Maßnahmen zu setzen, wurde ausgeweitet und die Personalkosten pro Beschäftigten sind in einigen Bereichen um fast 70 Prozent über dem Wiener Durchschnitt.

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