PRÖLL: Neuer Zugang zu gewerblicher Tätigkeit für AbsolventInnen agrarischer Bildung

Novelle der Unternehmerprüfung bringt Aufwertung der land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildung

Wien (OTS) Im Regierungsprogramm wurde eine verbesserte Anerkennung land- und forstwirtschaftlicher Berufsausbildung bei der gewerblichen Berufsausbildung verankert. Mit der Änderung der Unternehmerprüfungsordnung, die mit 1. April 2004 in Kraft trat, wurde ein diesbezüglicher Meilenstein erreicht. Für die agrarischen Bildungsinstitutionen bzw. deren AbsolventInnen werden damit erhebliche Erleichterungen geschaffen", erklärte Landwirtschaftsminister Josef Pröll.****

Die land- und forstwirtschaftliche Meisterprüfung ersetzt nunmehr den Prüfungsteil Unternehmerprüfung. Damit wird einer von Seiten der Landwirtschaft vehementen Forderung nach Anerkennung der land- und forstwirtschaftlichen MeisterInnen nachgekommen. "Diese Novelle bedeutet für die land- und forstwirtschaftlichen MeisterInnen einen erleichterten Zugang zur selbständigen Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit, was z.B. bei der Verbindung der Landwirtschaft mit einem Gastgewerbe von Relevanz ist aber auch generell bei jeglicher Art von Unternehmensgründungen. Für den einzelnen zukünftigen Unternehmer bedeutet dies nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis sondern auch eine Einsparung von Kurskosten und Prüfungsgebühren", so Pröll.

Gleichzeitig erfährt die land- und forstwirtschaftliche Meisterprüfung eine deutliche Aufwertung. Jährlich absolvieren etwa 400 land- und forstwirtschaftliche FacharbeiterInnen die Meisterprüfung. "Mit der nunmehr geschaffenen Anerkennung bei gewerblichen Tätigkeiten könnte die Attraktivität dieser umfassenden und fundierten Ausbildung noch gesteigert werden", betonte Pröll.

Betreffend der berufsbildenden höheren und mittleren Schulen wurde eine klarstellende Ergänzung vorgenommen, so dass nunmehr auch die land- und forstwirtschaftlichen Schulen miterfasst sind und für die AbsolventInnen Rechtssicherheit hinsichtlich Ersatz der Unternehmerprüfung besteht: Ersetzt wird die Unternehmerprüfung für AbsolventInnen mindestens dreijähriger Fachschulen sowie höherer land- und forstwirtschaftlicher Lehranstalten, sofern durch Zeugnis nachgewiesen wird, dass Unterricht im Ausmaß von mindestens 160 Unterrichtseinheiten in den Themenbereichen erteilt wurde, die Gegenstand der Unternehmerprüfung sind.

Die Unternehmerprüfung ist gemäß Gewerbeordnung 1994 ein Modul von insgesamt 5 Modulen, die für die gewerbliche Meisterprüfung erforderlich sind. Sie hat zum Ziel, festzustellen, ob der Kandidat die Zusammenhänge der Bereiche eines Unternehmens versteht und dieses Wissen bei der Gründung eines Unternehmens und bei der Bewältigung der häufigsten Aufgaben und Problemsituationen in einem Unternehmen anwenden kann.

Die Themenbereiche der Unternehmerprüfung erstrecken sich auf die zur selbständigen Ausübung eines Gewerbes notwendigen unternehmerischen Kenntnisse:
- Kommunikation und Verhalten innerhalb des Unternehmens und gegenüber nicht dem Unternehmen angehörigen Personen und Institutionen (Lieferanten, Kunden, Kreditinstituten, Behörden u. a.),
- Marketing,
- Organisation,
- unternehmerische Rechtskunde,
- Rechnungswesen,
- Mitarbeiterführung und Personalmanagement.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

BM für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001