Dreharbeiten zur ORF-Literaturverfilmung "Der arme Verschwender"

Friedrich von Thun, Florian Stetter, Gerti Drassl und Erika Marozsán drehen mit Michael Kreihsl

Wien (OTS) - Schon 24 Drehtage - in der Steiermark, in Budapest, Ernstbrunn und Wien - hat die ORF-Produktion "Der arme Verschwender" hinter sich gebracht. Noch bis 9. April laufen unter der Regie von Michael Kreihsl ("Heimkehr der Jäger", "Probieren Sie's mit einem Jüngeren") die Dreharbeiten zu dieser Literaturverfilmung nach Motiven des gleichnamigen altösterreichischen Romans von Ernst Weiß (1882-1940). Die Geschichte spielt vor und nach dem Ersten Weltkrieg und schildert das Schicksal eines jungen Mannes im Ärztemilieu, der nicht nur seine Liebe an seinen übermächtigen Vater und zwei sehr unterschiedliche Frauen verschwendet, sondern auch sein Talent und sich selbst. Bis er es schließlich dennoch schafft, seinen eigenen Weg zu gehen. Im Mittelpunkt der österreichisch-ungarisch-polnischen Großproduktion für den europäischen Fernsehmarkt steht der große Vater-Sohn-Konflikt, es geht aber auch um dramatische Schicksale, um Liebe und Tod, Treue und Verrat. Als Vater uns Sohn stehen Friedrich von Thun (morgen um 20.15 Uhr in ORF 2 in der Gaunerkomödie "Männer im gefährlichen Alter" zu sehen) und der junge Grimme-Preisträger Florian Stetter (spielte in den beiden vergangenen Jahren den Mammon bei den Salzburger Festspielen) vor der Kamera. Die Frauen an der Seite des "armen Verschwenders" sind Nestroy-Preisträgerin Gerti Drassl ("Hainburg") und der ungarische Nachwuchsstar Erika Marozsán (dreht demnächst auch für die ORF-Koproduktion "Speer und Er").

Wiedersehen nach fast 20 Jahren - in vertauschten Rollen

Für Regisseur Michael Kreihsl und den Vater-Darsteller Friedrich von Thun ist die Arbeit zu "Der arme Verschwender" nach rund 20 Jahren ein Wiedersehen in vertauschten Rollen. Mitte der achtziger Jahre drehten die beiden gemeinsam mehrere Folgen von "Auf rot-weiß-roten Spuren", einer Dokumentarreihe über Auslandsösterreicher, u. a. in Syrien, Libanon, Ägypten und Griechenland. Das Besondere daran: Von Thun war damals der Regisseur und Michael Kreihsl sein Kamera- und Regieassistent. "Ich muss sagen, dass ich noch nie so viele Fusel in der Kamera hatte, wie damals, als Michi Kreihsl für das Material zuständig war", scherzt der in München lebende gebürtige Österreicher bei einem Pressebesuch am Set in der Psychiatrischen Klinik Baumgartner Höhe in Wien. Von Kreihsls Arbeit am "armen Verschwender" ist Friedrich von Thun sehr angetan: "Ich habe den Roman von Ernst Weiß gelesen und muss sagen, dass er mich nicht umgehauen hat. Aber das Drehbuch, das Kreihsl erarbeitet hat, ist eine sehr gute Adaption des Essenziellen. Um den Roman richtig zu transportieren, war es wichtig, eine eigene Bildsprache zu finden, und das ist Kreihsl gelungen. Ernst Weiß würde sich für das Ergebnis bestimmt bedanken", streut von Thun seinem Regisseur Rosen.

Ein Vater ohne Emotionen

Friedrich von Thun zeigt sich auch davon beeindruckt, wie Drehbuchautor und Regisseur Michael Kreihsl seine Rolle angelegt hat. Den Part des übermächtigen Vaters zeichnet besondere Strenge und Härte aus, frei von Emotionen und Wärme. "Ich finde Kreihsls Interpretation, die Menschen aufs Wesentliche zu konkretisieren, sehr interessant. Der Vater kommt aus einer Zeit, in der Emotionen nicht zugelassen und gezeigt wurden. Durch die distanzierte Haltung der Rolle, lässt es sich auch besser in diese historische Zeit versetzen. Ich selbst wäre nicht draufgekommen, es so zu spielen, aber mit dieser härteren Facette der Vater-Sohn-Beziehung wird sicher die interessantere Wirkung erzeugt." Die Vaterfigur im "armen Verschwender" ist ein erfolgsorientierter und autoritärer Mediziner, der seinen Sohn manipuliert und für seine Zwecke benützt.
Im wahren Leben kann Friedrich von Thun über seinen jungen Filmsohn Florian Stetter - ein gebürtiger Münchner, der 2001 den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller ("L'amour, l'argent, l'amour") erhielt und 2003 mit 25 Jahren bereits Adolf-Grimme-Preisträger wurde - jedoch nur schwärmen: "Ein sehr guter und konzentrierter Schauspieler. Doch als mein Sohn im Film tut er mir Leid."

ORF-Ausstrahlung 2005

In der verbleibenden Drehzeit bis zum 9. April zieht das Filmteam noch einmal nach Budapest um, wo auch die letzte Filmklappe fallen wird. In weiteren Rollen spielen u. a. Birgit Doll, Ulrich Tukur, Johannes Silberschneider, Emmy Werner und Justus Neumann. Dem Drehbuch von Michael Kreihsl lag übrigens eine Dramatisierung von Ernst Weiß' Roman durch Walter Wippersberg vor. Ausgestrahlt wird "Der arme Verschwender" voraussichtlich 2005 im ORF.

Schon früher, bereits am Mittwoch, dem 28. April 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 feiert mit dem TV-Movie "Liebe zartbitter" eine Komödie von Michael Kreihsl TV-Premiere. In Hauptrollen spielen Christine Neubauer (drehte für den ORF zuletzt "Weißblaue Wintergeschichten", Peter Sattmann, Markus Hering (für den ORF zuletzt für "Soko Kitzbühel" vor der Kamera), Katja Weitzenböck (drehte für den ORF zuletzt die Erbschaftskomödie "Felice") u. a.

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